
Leserreise Dubai 2019, Kamele, Kamelmilch
Anja Tschannen
Seit 1996 öffnen die Leserreisen des «Schweizer Bauer» die Türen zu landwirtschaftlichen Betrieben in aller Welt. Ob Nordamerika, Südamerika, Europa, Asien oder Afrika – über 42 Länder auf allen Kontinenten konnten die Teilnehmenden bereits kennen lernen. Die Leserreisen des «Schweizer Bauer» gehören seit drei Jahrzehnten zum festen Jahresprogramm.
Organisiert werden sie in Zusammenarbeit mit den erfahrenen Reiseveranstaltern Geriberz / Eurobus AG und seit 2017 auch mit der Twerenbold Reisen AG. Trotz Corona-Unterbrüchen konnten in dieser Zeit über 155 Reisen erfolgreich durchgeführt werden, wobei diese in über 33 Länder und in alle Kontinente führten.
Einblicke in lokale Betriebe
Zu den langjährigen Bestsellern gehörten insbesondere die Reisen nach Russland, Kanada, Brasilien, Andalusien und Portugal. Die Kombination aus spannenden landwirtschaftlichen Einblicken und touristischen Höhepunkten machten sie besonders attraktiv. Twerenbold Reisen ergänzt das Angebot seit 2017 vor allem durch Flussfahrten, wodurch Teilnehmende Landwirtschaft und Landschaft noch komfortabler erkunden können.
Ein grosser Pluspunkt von Leserreisen ist die Organisation: «Es ist bequem, man muss sich um nichts kümmern, alles wird organisiert – von der Unterkunft über die Reiseroute bis hin zum Tagesprogramm», sagt eine erfahrene Teilnehmerin. Auf Individualreisen sei es kaum möglich, Einblick in lokale Betriebe zu erhalten, besonders in Ländern wie Dubai.
Eine Reise und keine Ferien
Leserreisen ermöglichen, in kurzer Zeit viel zu erleben, fachlich relevante Betriebe zu besuchen und gleichzeitig Kultur und Landschaft zu geniessen. Zudem ist die Gruppenreise spannend: «Unter Bauern ist es nie ein Problem, ins Gespräch zu kommen, selbst bei den Männern nicht, und wir Frauen finden auch immer Gesprächsthemen.» Trotz des Komforts gibt es auch Herausforderungen: «Man muss sich bewusst machen, dass es eine Reise ist und es keine Ferien sind.
Man geht ja, um etwas zu sehen, und das kann manchmal etwas anstrengend sein», berichtet die Teilnehmerin. Gruppengrösse, Zusammensetzung und Anpassungsfähigkeit sind entscheidend. Einige Teilnehmende hängen anschliessend zwei bis drei Tage eigene Ferien an, um Zeit nur für sich zu haben. Kleinere Gruppen werden bevorzugt, da sie flexibler und persönlicher sind als Grossgruppen. Mehr als 3500 Leserinnen und Leser haben in den vergangenen Jahren an den Fachreisen teilgenommen – viele davon wiederholt. Aus zahlreichen Rückmeldungen geht hervor: Die Teilnehmenden schätzen die Mischung aus fachlichem Input, Kultur und Erholung.
So lernen die Gäste nicht nur landwirtschaftliche Betriebe kennen, sondern erleben auch die Menschen, Traditionen und die Kulinarik der besuchten Regionen. Auch in den kommenden Jahren bleibt das Reiseprogramm vielfältig. Ob Fernreise, Flusskreuzfahrt oder Kurztrip in die europäische Landwirtschaft – das Angebot richtet sich an alle Leute, die Landwirtschaft in den jeweiligen Ländern hautnah erleben und gleichzeitig eine gut organisierte und informative Reise geniessen möchten.
-> Hier gehts zu den Leserreisen
Meine Leserreise-Erfahrungen
Ich bin ein absoluter Fan von Leserreisen. Dank meiner Arbeit beim «Schweizer Bauer» konnte ich bereits an fünf teilnehmen. Meine erste Reise führte mich nach Portugal – ein Land voller Vielfalt. Ich erntete Orangen vom Baum und sah, wie aus Kork nicht nur Zapfen, sondern auch Schmuck und Taschen entstehen. Danach ging es nach Russland, Jahre vor dem Krieg.
Die Reise war ein Verkaufsschlager: prunkvolle Parks, bunte Farben, endlose Weiten und Dörfer, in denen die Zeit stillsteht. Das daraus entstandene Video von einem ehemaligen Kolchosebetrieb gehört zu den meistgesehenen auf unserem Youtube-Kanal. Die dritte Reise führte nach Irland. Wir hatten bestes Wetter und einen sympathischen Chauffeur. Auf der Glenilen-Farm begann Valerie Kingston, aus der Milch ihrer Kühe Joghurt zu machen.
Der Vater des Betriebsleiters meinte damals: «Junge, ich glaube, du hast einen Hippie geheiratet!» Heute verarbeitet die Farm die Milch von 60 Nachbarbetrieben, bleibt aber bodenständig. Die vierte Reise ging nach Island, eine Insel mit atemberaubender Natur.
Im Juni wird es kaum dunkel – selbst um Mitternacht ist es hell. Eine eindrucksvolle Erfahrung, die den Körper aus dem Rhythmus bringt. Die fünfte Reise führte in die Vereinigten Arabischen Emirate, vor allem nach Dubai. Eine völlig andere Kultur und Welt – genau das fasziniert mich an Leserreisen, Einblicke zu erhalten in andere Lebensrealitäten. ats