Nadja Räss, die 1979 in Einsiedeln geboren wurde, jodelt in diversen Formationen. Traditionelle und neue Spielformen des Jodelns nimmt sie etwa mit der Formation Adlerbuebe, dem Schwyzerögerlispieler Markus Flückiger, der Akkordeonistin Rita Gabriel Schaub oder dem Akkordeonisten Willi Valotti auf.
Brücken zwischen regionalen Traditionen
Im Trio mit der finnischen Musikerin Outi Pulkkinen und der ukrainischen Sängerin und Harmonium-Spielerin Mariana Sadovska taucht Räss in traditionelle Lieder unterschiedlicher Kulturen ein. Und als Solistin tritt Räss mit dem Swiss Orchestra oder dem St. Galler Sinfonieorchester auf.
Das Repertoire von Nadja Räss reicht von mündlich überlieferten Naturjodeln bis hin zu neuen Kompositionen, teilte das Bundesamt für Kultur am Donnerstag mit. Ihr Wissen gibt sie zurzeit an der Hochschule für Luzern als Professorin für Jodel und Volksmusik-Fachverantwortliche weiter.
«Ihre Fähigkeit, Brücken zwischen regionalen Traditionen, aktuellen künstlerischen Ausdrucksformen und internationalen Perspektiven zu schlagen, macht sie zu einer wichtigen Gestalt der Schweizer Musik», heisst es in der Begründung der Jury.
Ausserdem betonte das Bundesamt für Kultur (BAK) in seiner Mitteilung, Räss habe einen massgeblichen Beitrag dazu geleistet, dass das Jodeln im letzten Dezember in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen wurden.
Spezialpreis für Thuner Kultlokal
Ebenfalls einen Spezialpreis vergibt das BAK an das Thuner Kultlokal Mokka. Die Café Bar Mokka ist seit 1986 ein unabhängiger Kulturort und sozialer Raum abseits des Mainstreams. Die Haltung des verstorbenen Gründers und Thuner Stadtoriginals MC Pädu Anliker werde vom Mokka-Team bis heute weitergeführt.
«Als lebendiger, resilienter Ort der Kultur wird es für sein Wirken für eine freie und kompromisslose Musik ausgezeichnet», heisst es im Statement der Jury. Die schweizweit bekannte Café Bar Mokka hatte für Gesprächsstoff gesorgt, als der Beitrag der Stadt Thun für das Lokal von bürgerlicher Seite infrage gestellt wurde. Nach politischen Diskussionen wurden 2024 die Gelder durch einen Leistungsvertrag mit der Stadt bis voraussichtlich 2028 jedoch gesichert.
Die Schweizer Musikpreise werden am 19. September in Lausanne verliehen.
