Das Blaue Kreuz verzichte auf die Trinkmengenangabe, weil «keine gesunde Menge Alkohol bekannt ist», wird Geschäftsführer Marc Peterhans in der Mitteilung vom Donnerstag zitiert. Die Anpassung der Empfehlungen sei notwendig geworden, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt hatte, dass kein Alkoholkonsum sicher sei.
Erwachsene haben eine Vorbildfunktion
Ziel sei es, Schäden zu verhindern, hiess es weiter. Die neuen Empfehlungen des Blauen Kreuzes basierten denn auch auf der Position der WHO sowie anderer Länder wie Kanada, Australien oder der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Das gesündeste Leben ist demnach eines ohne Alkohol, weniger Alkohol trinken ist zudem besser. Es gebe zudem Arten, Alkohol zu trinken, die besser sind als andere - so zum Beispiel langsames Trinken oder vor und während des Alkoholkonsums zu essen. Auch hätten Erwachsene diesbezüglich eine Vorbildfunktion, und sollten diese wahrnehmen, hiess es weiter.
Hunderttausende abhängig
In der Schweiz verursache Alkohol soziale und medizinische Schäden: 250’000 bis 300'000 Menschen leiden unter einer Alkoholabhängigkeit - also rund drei Prozent der Bevölkerung. Rund zehn Prozent der Bevölkerung hätten zudem einen problematischen Konsum. Schätzungsweise 1700 Kinder werden mit Schäden durch Alkohol geboren - und rund 1600 Menschen sterben jährlich daran. Dies drückt sich laut dem Blauen Kreuz in einem volkswirtschaftlichen Schaden von 2,8 Milliarden Franken aus.
Sieben Krebsarten, alle im Zusammenhang mit Verdauungsorganen sowie Brustkrebs bei Frauen, stünden im Zusammenhang mit Alkohol. Die WHO geht weiter davon aus, dass die Hälfte der dem Alkohol zurechenbaren Krebsfälle auf leichten oder moderaten Alkoholkonsum zurückzuführen ist.
