Landwirtschaft und lehrreiche Tage vereinen

Wellness, Bergluft und exklusive Einblicke in spannende Betriebe: Die Leserreise «Wellness und Erholung in Südtirol» des «Schweizer Bauer» traf einen Nerv – innert kurzer Zeit meldeten sich über 30 Teilnehmende an.

Simon Langenegger |

Die Reise führte uns via Reschenpass zum Dorf Graun mit seinem kuriosen Wahrzeichen – einem Kirchturm, der einsam aus dem Wasser ragt. Eine Gedenktafel erinnert die Besucher vor Ort an die Tragödie vom Reschensee, wo für die Stromerzeugung Dorfteile von Graun und Reschen sowie angrenzende Weiler unter Wasser gesetzt und ausgelöscht wurden.

Die Einwohner wurden «im nationalen Interesse zur Stärkung der nationalen Industrie» zwangsenteignet, ohne Recht auf Realersatz. Der Zweite Weltkrieg verzögerte die Bauarbeiten. Im Sommer 1950 waren alle Gebäude gesprengt und überflutet. Der romanische Turm aus dem 14. Jahrhundert wurde aus denkmalschützerischen Gründen stehen gelassen.

Hunderte Hektaren Apfelbäume

Die Reise führte uns anschliessend 40 Kilometer durch Vinschgau durch Hunderte Hektaren Apfelanlagen zum Zielort Meran – neben der Hauptstadt Bozen eine der bekanntesten Städte in Südtirol. Bekannt wegen seiner Thermalquellen und des milden Klimas, weil die Alpen Kälte und Wind aus dem Norden zurückhalten und vom Süden Wärme eindringt. Neben dem Weinbau erlangte Südtirol seine Bekanntheit mit Apfelanbau. Mit 18’000 Hektaren bildet der Apfelanbau in Südtirol die grösste zusammenhängende Fläche Europas.

Nach einer Stadtführung besuchten wir am nächsten Tag die ortsansässige Obstgenossenschaft CAFA. Mit der grössten und modernsten Obstsortieranlage im gesamten Südtirol zählt die CAFA gleichzeitig zu einer der modernsten Obstgenossenschaften Europas. Auf den zwei Sortieranlagen werden die Äpfel nach Grösse, Farbe, Qualität und Gewicht in bis zu 50 verschiedene Klassen unterteilt. Auf sogenannten VereinzelerSpuren rotieren die Äpfel um ihre eigene Achse.

Hochmoderne Sortierung der Äpfel

Ein hochmoderner Scanner mit vier Kameras pro Spur zeichnet über 100 Fotos von jedem einzelnen Apfel auf und kann im Zusammenspiel mit je einem Laser und einem punktgenauen Bildprogramm ein exaktes 3D-Modell jeder Frucht erstellen. Dadurch können mögliche Defekte sowie die Farbkategorie genau definiert werden. Nach der Sortierung werden die Äpfel schonend in die insgesamt 102 Wasserbahnen befördert, in Plastikgrosskisten abgefüllt und mit den Transportshuttles ins Hochregallager gebracht.

«Wie die angelieferten Kunststoffbehälter bei der Obstgenossenschaft CAFA durch das Eintauchen ins Wasser schonend sortiert wurden, war sehr faszinierend», so Josef Muff, Teilnehmender der Leserreise Südtirol 2025. In Bozen besuchten wir die grösste Molkereigenossenschaft in Südtirol mit den Standorten in Bozen und Bruneck. Die Genossenschaft Mila wurde 1962 gegründet und zählt heute über 2’500 angeschlossene Bergbauernbetriebe.

Viele von ihnen liegen auf über 1’000 Meter über Meer. Die Mitgliedsbetriebe sind kleinstrukturiert und halten durchschnittlich 14 Kühe. Mit der eigenen Fahrzeugflotte wird die Milch täglich aus dem gesamten Südtirol zusammengeführt – direkt ab Hof oder ab Sammelstellen. Neben Drink-Milch produziert die Molkerei Käse, Joghurt, Butter, Rahm, Mozzarella und Skyr – eine Art Frischkäse. Im Anschluss an die Betriebsführung erhielten wir die Möglichkeit, Produkte aus dem vielfältigen Sortiment im einladenden Verkaufsladen zu kaufen.

Törggele, Terroir und Tradition auf dem Steffelehof

Nach dem Molkereibesuch fuhren wir weiter auf den Steffelehof nach Kaltern zur Familie Luggin. Neben biologischem Weinbau betreiben Vater und Sohn eine eigene Brennerei und von Frühling bis Herbst während 180 Tagen ein Hofrestaurant. Neben einer Wein- und Schnapsverkostung kamen wir in den Genuss einer Törggeleplatte, die Luggins im Herbst während rund zweier Monate jeweils den einheimischen Gästen anbieten. Während dieser Zeit sind sie jeweils ausgebucht.

Es handelt sich um eine traditionelle Schlachtplatte, die früher – vergleichbar mit einem Erntedankfest – für die helfenden Personen nach der Weinlese zubereitet wurde. Begleitet von Sauerkraut und Röstkartoffeln sowie auf offenem Feuer gebratenen Kastanien mit Krapfen zum Dessert. «Das Törggelen war der kulinarische Höhepunkt», schwärmt Silvia Muff, Teilnehmende der Leserreise. Die Besichtigung der Skisprungschanze Bergisel auf dem Rückweg in Innsbruck mit anschliessendem Mittagessen im Restaurant «Bergisel Sky» und der atemberaubenden Aussicht auf die Tiroler Alpen und die Stadt Innsbruck bildete den Abschluss einer spannenden, erholsamen und geselligen «Schweizer Bauer»-Leserreise.

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