
Gruppenfoto der Teilnehmer der Flussreise Mosel, Rhein und Main.
Katharina Michels
Eine Flussreise lebt von der Ruhe auf dem Wasser. Genau diese besondere Atmosphäre durften wir auf der Leserreise des «Schweizer Bauer» erleben. Zwischen Rhein, Mosel und Main erwartete uns eine gelungene Mischung aus eindrucksvollen Landschaften, spannenden Betriebsbesichtigungen, kulturellen Entdeckungen und genussvollen Weinmomenten.
Die abwechslungsreiche Reise zeigte eindrücklich, wie eng Landwirtschaft, Kultur und regionale Traditionen miteinander verbunden sind. Der Auftakt verlief anders als geplant. Wegen Niedrigwassers auf dem Rhein musste unsere Einschiffung kurzfristig verlegt werden.
Spontane Programmänderung
Die spontane Programmänderung führte uns zum Hof Steinmetz in Lampertheim, wo uns Helmut Steinmetz persönlich begrüsste. Nach einem herzhaften Mittagessen gewährte er uns spannende Einblicke in den Anbau von Spargel, Stangenbohnen und Erdbeeren.
Ein besonderes Augenmerk galt den Erdbeer-Stellagen in den Gewächshäusern sowie der gelungenen Kombination aus innovativer Produktion und Direktvermarktung. Die frischen Produkte finden ihren Weg nicht nur in den hofeigenen Laden, sondern auch zu Grossabnehmern – ein eindrückliches Beispiel für einen vielseitig aufgestellten Familienbetrieb.

Gruppenführung in Würzburg mit Residenz und Stadt und Sicht auf den Weinbau und die Landwirtschaft der Region.
Katharina Michels
Auf dem Wasser
In Alken an der Mosel hiess es schliesslich «Leinen los». Die «Excellence Baroness» wurde für eine Woche zu unserem schwimmenden Zuhause und bot den idealen Ausgangspunkt, um die Region ganz entspannt vom Wasser aus zu entdecken. Bereits beim ersten Nachtessen zeigte sich die ausgezeichnete Bordküche, die uns während der gesamten Reise kulinarisch verwöhnte.
Für einige von uns endete der Abend allerdings erst in den frühen Morgenstunden, als wir gemeinsam das WM-Spiel der Schweizer Fussball-Nati gegen Argentinien verfolgten. Der Sonnenaufgang über dem ruhigen Fluss entschädigte für die kurze Nacht und sorgte für einen stimmungsvollen Start in den neuen Reisetag.
Verschiedene Betriebe
In den folgenden Tagen rückten Landwirtschaft und Weinbau in den Mittelpunkt. Auf dem Naturlandbetrieb Rescheider Hof zeigte uns Manuela Seibel-Lahnert, wie ökologische Kreislaufwirtschaft und kuhgebundene Kälberaufzucht erfolgreich umgesetzt werden. Mit grossem Engagement gewährte sie uns Einblicke in ihre tägliche Arbeit und machte deutlich, wie viel Herzblut hinter einer nachhaltigen Milchproduktion steckt.
Gleichzeitig erfuhren wir, dass der Betrieb auch junge Berufsleute ausbildet und damit einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Landwirtschaft leistet. Der offene Austausch führte zu spannenden Gesprächen und regte zum Nachdenken über moderne Tierhaltung an. Zwischen den Betriebsbesuchen blieb immer wieder Zeit, die vorbeiziehende Landschaft zu geniessen.
«Der Name der Rose»
Im Oberen Mittelrheintal bot sich uns vom Niederwalddenkmal ein eindrucksvoller Blick über den Rhein und die umliegenden Rebberge. Ebenso beeindruckte uns das Kloster Eberbach mit seiner jahrhundertealten Geschichte und seiner engen Verbindung zum Weinbau. Vielen war die imposante Klosteranlage zudem als Drehort des Films «Der Name der Rose» bekannt.
Eine Weinprobe an Bord eines Fahrgastschiffes rundete den Tag ab. Während das Schiff gemächlich an den bekannten Rebbergen vorbeiglitt, erklärte uns Winzer Tilbert Nägler die Besonderheiten verschiedener Rieslinge – von trocken bis fruchtig. Landschaft und Wein liessen sich dabei auf besonders authentische Weise miteinander verbinden.

Das Schiff «Excellence Baroness» am Hafen von Mainz.
Katharina Michels
Rieslingweine der Region
Natürlich durfte auch Rüdesheim nicht fehlen. Wir schlenderten durch die berühmte Drosselgasse, deren gemütliche Atmosphäre zum Verweilen einlud, bevor ein traditioneller Rüdesheimer Kaffee unseren Aufenthalt abrundete. Im historischen Schloss Vollrads standen anschliessend erneut die Rieslingweine der Region im Mittelpunkt.
Die historische Schlossanlage und ihre jahrhundertealte Weinbautradition verliehen der Degustation ein ganz besonderes Ambiente. Nach einem entspannten Vormittag an Bord führte uns die Reise erneut nach Lampertheim. Auf dem Hof der Familie Hartmann beeindruckten uns das moderne Zwiebellager sowie das neu eröffnete Hofcafé, welches die erfolgreiche Direktvermarktung des Familienbetriebs ergänzt.
Landwirtschaft mit innovativen Angeboten
Besonders in Erinnerung blieben die hauseigenen Edelbrände, der Whisky und der Gin, die wir zusammen mit Kaffee und feinem Kuchen degustieren durften. Der Besuch zeigte eindrücklich, wie sich die Landwirtschaft mit innovativen Angeboten erfolgreich weiterentwickeln kann. Die letzte Betriebsbesichtigung führte uns zum Hof Frey.
Der vielseitige Familienbetrieb verbindet Legehennenhaltung, Mutterkühe und moderne Agroforstsysteme. Anschaulich erklärte uns die Familie, wie sich unterschiedliche Betriebszweige sinnvoll ergänzen und wie Agroforst einen wertvollen Beitrag zu einem besseren Mikroklima, zur Wasserspeicherung und zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung leisten kann.
Unesco-Weltkulturerbe
Würzburg bildete einen weiteren Höhepunkt unserer Reise. Bereits am frühen Morgen erhielten wir als erste Besucher die Gelegenheit, die prachtvolle Residenz zu besichtigen und das Unesco-Weltkulturerbe in aller Ruhe zu erleben. Nach einer interessanten Stadtführung genossen wir ein gemeinsames Mittagessen in der Altstadt, bevor wir an Bord zur letzten Etappe unserer Flussreise aufbrachen.
Ein letztes Mal liessen wir die abwechslungsreiche Flusslandschaft an uns vorbeiziehen und genossen die besondere Stimmung an Bord. Auf der Heimreise wartete mit Rottweil ein gelungener Schlusspunkt. Zwar überraschte uns zunächst ein kräftiger Regenschauer, doch nach einer kurzen Kaffeepause zeigte sich das Wetter wieder von seiner freundlichen Seite.
606 Meter lange Hängebrücke
So konnten wir die neu eröffnete, 606 Meter lange Hängebrücke über das Neckartal überqueren und den Blick in die eindrucksvolle Landschaft geniessen. Den Höhepunkt bildete anschliessend der Besuch des TK-Testturms. Bei einer Führung erhielten wir faszinierende Einblicke in die Entwicklung und Erprobung modernster Hochgeschwindigkeitsaufzüge unter realitätsnahen Bedingungen.
Die markante Textilfassade macht den Turm auch architektonisch zu einem Wahrzeichen. Von der Terrasse bot sich uns ein weiter Panoramablick über Rottweil und die umliegende Landschaft. Nach einer Woche voller eindrücklicher Begegnungen, spannender Einblicke in die Landwirtschaft, kultureller Höhepunkte und genussvoller Momente kehrten wir mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause zurück.
Abwechslungsreich
Die gelungene Verbindung von Flussreise, Kultur, Wein und Landwirtschaft machte diese Leserreise zu einem besonderen Erlebnis und weckte bei vielen bereits die Vorfreude auf die nächste gemeinsame Reise.
-> Hier gehts zu den Leserreisen vom «Schweizer Bauer»
* Die Autorin ist Product Manager Spezialreisen bei Twerenbold Reisen AG