Zehn gute Gründe für die Leserreise nach Mercosur

Vom 28. November bis zum 14. Dezember 2026 führt der «Schweizer Bauer» eine Leserreise nach Argentinien und Brasilien durch. Chefredaktor Daniel Salzmann fährt mit.

Daniel Salzmann |

Eine der Leserreisen, die der «Schweizer Bauer» heuer zusammen mit dem Reisebüro Geriberz-Eurobus anbietet, führt nach Argentinien und Brasilien. Am 28. November startet die Reise mit dem Flug via Madrid nach Buenos Aires. Am siebten Tag der Reise wird nach Brasilien übergesetzt. Die Rückkehr nach Zürich ist am 14. Dezember. Der Schreibende begleitet seitens Redaktion und Verlag die Reise und freut sich schon jetzt auf die vielen Eindrücke, die in Südamerika auf die Reisegruppe warten. Er sieht mindestens zehn Gründe für eine Teilnahme.

1. Zwei wichtige Länder

Wir besuchen auf der Leserreise nicht nur ein, sondern gleich zwei wichtige Länder. Aus den einstigen Kolonien von Spanien und Portugal sind aufstrebende und moderne Länder geworden, für die der Begriff «Schwellenland» kaum mehr passt. Brasilien steht für das B im BRICS-Zusammenschluss von Ländern, die, angeführt von China, dem Westen (USA, Kanada, Westeuropa, Japan) Paroli bieten wollen. Beides sind grosse Länder: Brasilien ist 206-mal so gross wie die Schweiz und hat über 210 Millionen Einwohner, Argentinien ist 67-mal so gross wie die Schweiz und hat 46 Millionen Menschen. Argentinien war eines der reichsten Länder der Welt, bevor es mehrere Staatsbankrotte hinlegte. Brasilien war mit Abstand die wertvollste Kolonie des einstigen portugiesischen Weltreichs.

2. Die politische Aktualität

Die Schweiz will mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay und Bolivien ein Freihandelsabkommen abschliessen. Der Nationalrat hat dazu vor einer Woche Nein gesagt, weil die Anliegen der Umwelt und die Interessen der Schweizer Landwirtschaft zu wenig berücksichtigt würden. Mit dem Abkommen werden neue Kontingente für den zollfreien oder fast zollfreien Import von Rindfleisch, Geflügelfleisch, Wein, Weizen, Futterweizen und anderem mehr gewährt. Im Jahr 2027 könnte es zu einer Volksabstimmung darüber kommen. Auch sonst erlaubt die Reise einen Blick hinter die Schlagzeilen in den Medien zur ultraliberalen Politik des argentinischen Präsidenten Javier Milei und zur Regenwaldschutzpolitik des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.

3. Die Viehzucht

Argentinien und Brasilien sind sehr bekannt für ihre Rindfleischproduktion. Dieser begegnen wir auf der Reise immer wieder. Schon am dritten Tag der Reise wird ein Viehmarkt nahe Buenos Aires besucht, der sich über eine Fläche von 110 Hektaren erstreckt. Für Mittwoch dieser Woche waren dort 161 Lastwagen mit 5’139 Stück Vieh angemeldet. Fünf Landwirtschaftsbetriebe mit Rindvieh der Rassen Angus, Hereford, Nelore und Shorthorn werden besucht plus ein Betrieb mit Büffelhaltung. Angus stehen bei der Estancia Ojo de Agua im Vordergrund, die der Schweizer Tausendsassa Dieter Meier 1996 gekauft hat. Von dort aus werden total 70’000 Hektaren Land gemanagt. Wir können sehen, wie das Fleisch hergestellt wird, das es im Coop zu kaufen gibt. Der Anspruch von Meier: «Es ist unser Ziel, das beste Rindfleisch der Welt zu erzeugen. Nirgends sind die Bedingungen für herausragende Weiderinder so gut wie in Argentinien.»

4. Der Ackerbau

Argentinien und insbesondere Brasilien sind bekannt für ihren grossflächigen Ackerbau, dessen Produkte sie in alle Welt exportieren. So geschieht es, dass einem auf einer norwegischen Lachsfarm erzählt wird, die Lachse frässen viel Soja aus Brasilien. Wir besichtigen vier Farmen mit viel Ackerbau. Ihre Kulturen umfassen Weizen, Gerste, Soja und Mais. Wir werden sehen, mit welchen Methoden die Hunderten von Hektaren jeweils bewirtschaftet werden. Was den Pflanzenbau betrifft, so sehen wir auch den Anbau von Gemüse, von Avocado und von Kaffee, Letzteren nahe von Rio de Janeiro in Brasilien, das der grösste Kaffeeproduzent der Welt ist.

5. Die Natur

Sowohl Argentinien wie auch Brasilien haben eine sehr vielfältige Natur. Diese werden wir nicht nur am zwölften Tag der Reise erleben, an dem wir die Wasserfälle von Iguaçu, einem Weltnaturerbe der Unesco, und einen Vogelpark besuchen. Auch auf verschiedenen Farmen sind Naturschutzgebiete ein wichtiges Thema, so etwa bei der Familie Schweizer auf der Marimbondo-Farm in Brasilien.

6. Weltberühmte Städte

Mit Buenos Aires und Rio de Janeiro machen wir in zwei weltberühmten Städten halt. Beides sind Ballungszentren, in denen jeweils um 13 Millionen Menschen leben. Schmelztiegel, in denen Neomilliardäre und bitterarme Leute zusammentreffen. Auf Stadtrundfahrten sehen wir den Obelisken von Buenos Aires und die 30 Meter hohe Christusstatue auf dem Berg Corcovado in Rio de Janeiro. Sie zeigt Christus als Erlöser. Das Christentum ist in Argentinien und in Brasilien nach wie vor sehr wichtig.

7. Schweizer im Ausland

Wir besuchen drei Farmen, die im Besitz von Schweizern sind. Sie selbst oder ihre Vorfahren haben den Mut gehabt, in einem fremden Land Boden zu kaufen und Landwirtschaft zu betreiben. Die Marimbondo-Farm etwa gehört zu einem Verbund von Farmen, die von vier Kindern von Jorge/Jürg und Eveline Schweizer-Wirth geführt werden, was bereits die vierte Generation der Familie darstellt. Zu Jorge Schweizer stand 2017 in der Todesanzeige, er habe in der Schweiz und in Brasilien ein glückliches und abenteuerliches Leben geführt.

8. Der Weinbau

Nicht zuletzt erleben wir in Südamerika die Weinwirtschaft. Argentinien produziert etwa 15-mal mehr Wein als die Schweiz, Brasilien etwa 4-mal mehr. Mit dem Mercosur-Abkommen dürften von dort 5 Millionen Liter Rotwein neu zollfrei in die Schweiz kommen. Dieter Meier, dessen Rinderfarm wir besichtigen, produziert auch argentinische Weine, die es ins Coop-Regal geschafft haben. Wir besuchen in Brasilien den Familienbetrieb Vinícola Casa Carnasciali, wir spazieren dort durch die Rebberge und degustieren die Weine.

9. Das Meer

Einige sagen, der Schweiz fehle nur das Meer als Ergänzung unserer Landschaften. Den Atlantik sehen wir vom Flugzeug aus beim Anflug auf Buenos Aires und anschliessend in Mar del Plata, dem wichtigsten Ort für Strandferien in Argentinien. Auch die Stadt Rio de Janeiro, in der wir drei Tage sein werden, liegt bekanntlich am Atlantik, die Strände von Ipanema und Copacabana sind weltberühmt. Am fünfzehnten Tag der Reise kann Rio de Janeiro individuell genossen werden, also kann an den Strand liegen, wer will.

10. Die Geselligkeit

Das Schöne an einer Leserreise ist auch, dass man sie nicht allein, sondern in guter Gesellschaft macht. Man lernt Leute aus anderen Gegenden der Schweiz und aus unterschiedlichen Bereichen der Land- und Ernährungswirtschaft kennen. Das Gesehene wird besprochen und diskutiert. Was hat der Schreibende auf Leserreisen mit dem «Schweizer Bauer» nicht schon alles gehört und gelernt!

=> Hier gelangen Sie zum Reiseprogramm und der Anmeldung.

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