
Werner Scheidegger ist verstorben.
Daniel Salzmann
Auch im hohen Alter trat er unverändert für die Sache des Biolandbaus ein. Im Jahr 2021, bei der 40-Jahr-Feier der Bio Suisse, sagte er auf eine Frage des Moderators, dass es politisch zu langsam vorwärtsgehe. Das heutige Bio sollte in seinen Augen ab sofort der normale Standard für die ganze Schweizer Landwirtschaft sein.
Als die Biofarm im Jahr 2025 ihr neues Gebäude in Huttwil BE einweihte, zitierte er den früheren tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel: «Die Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.» Im Jahr 2012 kritisierte er in einem Leserbrief im «Schweizer Bauer» das Ansinnen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, den Verweigerern von Tierimpfungen die Direktzahlungen zu streichen.
Er erinnerte daran, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe und ihre Unbedenklichkeit noch nicht zweifelsfrei feststehen könnten. Sein Fazit: «Die Pharmaindus trie wird es freuen, wenn sie in ihrer Panikmache wegen drohender Pandemien von Bundesämtern unterstützt wird. Das Beispiel Schweinegrippe ist uns noch in bester Erinnerung.»
Seinen Hof in Madiswil BE hat Scheidegger der Familie von Nationalrätin Christine Badertscher (Grüne, BE) übergeben. Deren Bruder Niklaus und Schwägerin Barbara Badertscher führen dort einen Hofladen mit vielen Biofarm-Produkten.