Erste Frau im SMP-Präsidium legt Fokus auf Lebensqualität

Mireille Hirt-Sturny ist die erste Frau, die in das Präsidium der Schweizer Milchproduzenten (SMP) gewählt wurde. Obwohl sie keine Bauerntochter ist, begeisterte sie sich schon früh für die Arbeit im Stall. Heute liegt der engagierten Vertreterin der Branche die Lebensqualität der Milchbäuerinnen und Milchbauern besonders am Herzen.

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Mireille Hirt-Sturny gehört zu den wenigen Frauen, die sich auf Vorstandsebene in der Milchbranche engagieren. Seit April 2025 ist sie zweite Vizepräsidentin des Dachverbandes Schweizer Milchproduzenten SMP. Obwohl sie nicht aus einer Bauernfamilie stammt, hat sie sich als Jugendliche für eine Ausbildung zur Landwirtin entschieden.

In den 1990-er-Jahren war das eher aussergewöhnlich. Entsprechend hatte sie mit einigen Widerständen zu kämpfen, ist einem Artikel der «Freiburger Nachrichten» zu entnehmen. Diesen Widerständen zum Trotz, engagiert sie sich heute in verschiedenen Gremien für die Anliegen der Milchbäuerinnen und Milchbauern. Eines dieser Anliegen ist der «Selbstcheck Lebensqualität».

Von der Tierpflegerin zur Vizepräsidentin

Als Jugendliche entschied sich Mireille Hirt-Sturny für eine Lehre als Landwirtin. Inspiriert wurde sie dazu von Nachbarn, die eine Milchwirtschaft führten und bei denen sie regelmässig reiten ging. «Eigentlich habe ich damals schon gewusst, dass ich auf einem Bauernhof arbeiten will», wird sie von den «Freiburger Nachrichten» zitiert. Nach ihrer Lehre arbeitete sie als Tierpflegerin im Tierpark Bern. Anschliessend liess sie sich zur Agrokauffrau ausbilden und übernahm dann zusammen mit ihrem Mann den Betrieb seiner Eltern.  

Seit 2002 führt Mireille Hirt-Sturny zusammen mit ihrem Mann einen 50 Hektar grossen Pachtbetrieb in St. Ursen FR. Mit ihren rund 40 Milchkühen produzieren sie Milch für die Industrie. Zudem betreiben sie Ackerbau und eine Geflügelaufzucht. Als Milchbäuerin begann sie sich auch auf Verbandsebene immer stärker zu engagieren.

Seit 2017 ist Mireille Hirt-Sturny Vorstandsmitglied der BO Milch. Von 2020 bis 2024 sass sie im Verwaltungsrat der Cremo SA. Sie ist Vizepräsidentin des Freiburger Milchverbandes FSFL , für den sie sich seit 2020 engagiert und vertritt dessen Interessen als eine von zwei Frauen im 20-köpfigen SMP-Vorstand . Im Frühling 2024 wurde sie in den Vorstandsausschuss der SMP gewählt und an der Delegiertenversammlung des SMP wurde sie im April 2025 zur 2. Vizepräsidentin des SMP-Vorstands ernannt.

«Ohne Lebensqualität keine Nachfolge»

Ein Schwerpunkt ihrer Verbandstätigkeit betrifft die Arbeitsbedingungen von Milchbäuerinnen und Milchbauern. So setzt sie sich beispielsweise für den «Selbstcheck Lebensqualität» ein, den die SMP zusammen mit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) entwickelt hat (siehe Kasten).

Selbstcheck Lebensqualität

Der «Selbstcheck Lebensqualität» der SMP ist ein Online-Fragebogen, mit dem Milchbäuerinnen und Milchbauern ihre berufliche und private Lebenssituation reflektieren können. Rund 40 Fragen zu Lebensbereichen wie Arbeitsumfeld, Arbeitsbelastung, Gesundheit, Freizeit und Finanzen werden anonym ausgewertet. Als Ergebnis erhalten die Teilnehmenden eine individuelle Auswertung und können so ihr Stärken erkennen, Handlungsbedarf identifizieren und mögliche Verbesserungen angehen.

Das wirtschaftliche «Wohlbefinden» lässt sich anhand des aktuellen Milchpreises schnell errechnen. Wenn es aber um das persönliche und das soziale Wohlbefinden geht, ist das schon wesentlich schwieriger. Der «Selbstcheck Lebensqualität» bietet die Gelegenheit, sich mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen und dieses Wohlbefinden bewusster zu erkunden.  

Mireille Hirt-Sturny hat den Selbstcheck gemeinsam mit ihrem Partner gemacht. «Es ist herausgekommen, dass uns beiden ganz andere Dinge wichtig sind, und es ergaben sich spannende Diskussionen», verrät sie den «Freiburger Nachrichten». Um Milchbäuerinnen und Milchbauern für diesen Selbstcheck zu begeistern, hat sie ein Video aufgenommen. Darin sagt sie, dass die Lebensqualität eine Voraussetzung dafür sei, um Investitionen in die Zukunft zu tätigen und die Nachfolge durch die nächste Generation zu sichern.

Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel: 

-> Mit Selbstcheck Lebensqualität verbessern

-> Milchbauern: So steht es um die Lebensqualität

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