Schweizer Traktor-Cowboys erobern Amerika

Mit fünf Oldtimer-Traktoren wollen sechs «Tractorcowboys» im Herbst 2026 die legendäre Route 66 befahren. Die über 4’000 Kilometer lange Reise durch die USA soll Abenteuer, Kameradschaft und die Leidenschaft für Traktoren verbinden und zugleich einem guten Zweck dienen. Für jeden gefahrenen Kilometer werden Spenden für Kinder in Not gesammelt.

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Anfang November wurde der Verein «Tractorcowboys» in einem Restaurant in Sursee LU offiziell gegründet. «Mit Diesel im Blut und Freiheit im Blick starten wir in ein neues Kapitel voller Leidenschaft, Gemeinschaft und Abenteuer auf vier Rädern», teilen die sechs Abenteurer in einem Facebook-Post mit. Ihr Ziel ist ambitioniert. Im Herbst 2026 wollen sie mit fünf Oldtimer-Traktoren aus den 1970er-Jahren die legendäre Route 66 befahren, quer durch die USA.

Die Route 66 gilt als Amerikas legendärste Verkehrsachse. 1926 eröffnet, verband die 4’000 Kilometer lange Strasse Chicago mit Santa Monica und wurde zum Symbol für Aufbruch, Freiheit und Hoffnung. Auch wenn sie 1985 offiziell stillgelegt und durch moderne Highways ersetzt wurde, zieht sie bis heute Abenteurer an, die entlang verlassener Motels, Wüstenpassagen und historischer Städte die Geschichte an sich vorbeiziehen lassen wollen. Zu diesen Abenteurern gehören auch die sechs Tractorcowboys, darunter Landwirt Martin Jakober aus Stalden OW.

Dem «Wilden Westen» entgegen

Die Tractorcowboys haben sich bewusst gegen die komfortabelste Art des Reisens entschieden. Ihre Leidenschaft gehört nämlich den Traktoren aus den 1970er-Jahren. «Ehrliche Technik, die noch nach Diesel riecht, nach Arbeit, Freiheit und Geschichte», heisst es auf ihrer Webseite. Für ihren Roadtrip haben sie sich dazu eine geschichtsträchtige Strasse ausgesucht, die nämlich in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Die Route 66 gilt seit 1926 als Symbol amerikanischer Mobilität und als Weg vom Industriezentrum der Ostküste zu den sonnigen Verheissungen Kaliforniens, dem einstigen «Wilden Westen».

Diesen Mythos der unbeugsamen Pioniere, die «gen Westen» zogen, wollen die Tractorcowboys auf eine langsame, aber kraftvolle Weise neu interpretieren. Doch statt Planwagen, Übernachtungen in Zelten und Überfällen durch Banditen gibt es Dieselgeruch, ratternde Motoren und viele Stunden Fahrt mit maximal 25 Stundenkilometern. Während ihrer Reise werden sie an verlassene Motels, riesigen Ackerflächen und an ausgedienten Tankstellen vorbeituckern, aber auch Grossstädte wie St. Louis, Oklahoma City oder Las Vegas durchqueren.

Von Filmteam begleitet

Ein Filmteam begleitet die Mannschaft während der Tour, dokumentiert Erlebnisse, Herausforderungen und Begegnungen und erzählt Geschichten der Menschen, die entlang der historischen Strasse leben. Der Film solle dabei nicht nur ein Reisetagebuch sein, sondern auch vermitteln, was es bedeutet, Grenzen auszutesten, Träume umzusetzen und gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Und wie es das Klischee verlangt, gedenken die Abenteurer ihre Abende in kleinen Saloons zu verbringen, um sich mit Country-Musik, spannenden Begegnungen und einem kühlen Bier auf einen neuen Tag auf Amerikas berühmtester Strasse vorzubereiten.

Für ihre Reise sind die Cowboys noch auf der Suche nach Sponsoren. Diese Unterstützer können so als «Mitreiter im Geiste» Teil der Geschichte werden, auch wenn sie nicht auf dem Traktorsitz Platz nehmen, heisst es auf ihrer Webseite. Der Startschuss fällt am 10. September 2026 in Chicago. Die Ankunft am Pazifik, also an der Westküste der USA, ist für den 11. Oktober geplant.

Für einen guten Zweck

Für die sechs Technikbegeisterten ist die Reise aber nicht nur ein Abenteuer, sondern auch ein Engagement. Für jeden gefahrenen Kilometer möchten die Tractorcowboys Spenden sammeln, um Kinder in Not zu unterstützen. Das Projekt verbindet somit persönlichen Traum und gesellschaftliche Verantwortung, Abenteuerlust und Gemeinsinn.

Wie der «Blick» berichtet, beläuft sich das Budget auf 200'000 Franken. Zu dieser Idee habe Martin Jakober angeregt. Jakober ist Landmaschinenmechaniker und Landwirt und auf einen Bauernhof in Stalden OW aufgewachsen. «Ich trage die Idee schon lange mit mir herum. Aber erst, als ein Kollege davon sprach, die Route 66 zu befahren, wurde mir klar: Jetzt machen wir das, aber richtig», wird Jakober vom «Blick» zitiert. Am Ende des Abenteuers sollen die Traktoren versteigert werden. Der Erlös soll einer Stiftung zugutekommen, die Kinder mit Behinderung in der Landwirtschaft unterstützt.

Kommentare (1)

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  • Dani | 15.01.2026
    Mit diesen Dreck schläudern sollte man nicht auf die strassen dürfen
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