«Sie sind der Motor und daher unverzichtbar»

Am Tag der Bäuerin an der Olma standen die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft im Mittelpunkt. Unter dem Motto «Vielfältig. Tragend. Unverzichtbar.» diskutierten Bäuerinnen und Landwirtinnen über ihren Berufsalltag, ihre Herausforderungen sowie die Bedeutung von mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung.

mgt/ats |

Bereits zum 33. Mal fand der Tag der Bäuerin an der Olma in St. Gallen statt. Rund um das UNO-Jahr der Frauen in der Landwirtschaft widmete sich der Anlass den vielfältigen Aufgaben von Bäuerinnen und Landwirtinnen. Moderatorin Sabrina Lehmann betonte: «Wir geben heute Frauen für Frauen in der Landwirtschaft die Stimme.»

Anne Challandes, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands (SBLV), hob die zentrale Rolle der Frauen hervor: «Sie sind schlicht der Motor und daher unverzichtbar.»

Drei Frauen erzählen aus ihrem Alltag

In einer Gesprächsrunde berichteten drei Frauen aus unterschiedlichen Lebenssituationen über ihren Alltag. Sarah Schwenk aus dem Schwarzwald bewirtschaftet mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb und zeigt das Leben auf dem Hof in den sozialen Medien. «Die Leute haben keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft und viele Vorurteile. Von der Realität zu berichten, ist ein Herzensthema für mich», sagte sie.

Silvia Ulrich aus Steinen SZ erzählte von der Übernahme des elterlichen Betriebs und den damit verbundenen Herausforderungen innerhalb der Familie. Trotz schwieriger Entscheidungen sei die Wertschätzung für die tägliche Arbeit wichtig. «Das ist wichtig und die kleinste Form von Wertschätzung», sagte sie mit Blick auf die Zufriedenheit nach einem Arbeitstag.

Jeannette Stadelmann aus Bischofszell TG schilderte ihren vielseitigen Alltag zwischen Mutterkuhbetrieb, Hofbeiz und Teilzeitstelle ausserhalb der Landwirtschaft. «Ich sage nicht mehr allen, was ich alles mache. Sonst denken die, ich spinne», erklärte sie.

Mehr Sichtbarkeit gefordert

Zum Abschluss des Anlasses erinnerte Anne Challandes daran, dass Frauen in der Landwirtschaft vielfach noch immer ungenügend entlöhnt und sozial abgesichert seien.

Gleichzeitig rief sie dazu auf, die Arbeit der Bäuerinnen sichtbarer zu machen: «Je mehr Frauen sich in der Öffentlichkeit zeigen, desto mehr ermutigen wir junge Frauen, den Weg in die Landwirtschaft zu gehen.»

Der nächste Tag der Bäuerin findet am 21. Oktober 2027 im Rahmen der Olma statt.

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