2026 ist das Jahr der Landwirtinnen

Die Uno hat das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Landwirtinnen erklärt. Damit will sie die Leistungen der Landwirtinnen für die Ernährungssicherheit und die ländliche Entwicklung würdigen, die Gleichstellung fördern und strukturelle Ungleichheiten abbauen.

Mit dem Internationalen Jahr der Landwirtinnen will die Uno die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft weltweit sichtbarer und bekannter machen. «Auch in der Schweiz soll das Jahr dazu dienen, um Frauen in der landwirtschaftlichen Praxis zu fördern, sie zu vernetzen und zur Mitwirkung in der Branche zu motivieren», teilt der Schweizerische Bauernverband (SBV) mit. Dazu findet unter anderem am 6. November 2026 eine Netzwerktagung in Aarau statt.

Traditionelle Rollenteilung bröckelt

«Nach wie vor dominieren klassische Familienbetriebe die Schweizer Landwirtschaft», heisst es in der Mitteilung. In diesen sind mehr oder weniger alle Familienmitglieder und oft mehrere Generationen eingebunden. Auf den ersten Blick ist die Rollenteilung oft traditionell. Die Männer sind die Chefs auf dem Hof, während sich die Frauen in erster Linie um Kinder, Haushalt, Verpflegung und Garten kümmern und bei Engpässen auf dem Betrieb einspringen.

Doch Frauen haben längst andere Rollen übernommen. Sie managen Betriebszweige, zum Beispiel die Direktvermarktung, sind ebenbürtige Mitbewirtschafterinnen und sie übernehmen zunehmend als Hauptverantwortliche den elterlichen Betrieb. «Damit steigt langsam, aber sicher der Anteil der Landwirtinnen, Betriebs(zweig)leiterinnen und Praktikerinnen in der Landwirtschaft», stellt der SBV fest. Offiziell werden mittlerweile fast 8% der landwirtschaftlichen Betriebe in der Schweiz von Frauen geleitet.

Nach wie vor viele Herausforderungen

Es sei jedoch nach wie vor nicht selbstverständlich und problemfrei, als Frau einen Betrieb oder einen Betriebszweig zu leiten. «Frauen sind mit verschiedenen Herausforderungen und Ansprüchen konfrontiert, die Männer weniger kennen», schreibt der SBV. Das gelte insbesondere dann, wenn Kinder da sind. Auch die Gesellschaft habe sich noch wenig an Frauen als Chefinnen in der Landwirtschaft gewöhnt.

Neben der veränderten Stellung der Frauen in der Gesellschaft und ihrem neuen Selbstverständnis, helfe es auch, dass die moderne Landwirtschaft dank Mechanisierung und Automatisierung weniger körperliche Kraft verlangt.

«Frauen sind das Rückgrat der Agrarsysteme»

Folgend finden Sie den deutschen Wortlaut des untenstehenden Videos der Uno zum Internationalen Jahr der Landwirtinnen: 

«Überall auf der Welt sind Frauen das Rückgrat der Agrar- und Ernährungssysteme. Sie bauen Feldfrüchte an, halten Vieh, fangen Fische, bewirtschaften Wälder, verarbeiten Lebensmittel, handeln auf Märkten, lehren und entwickeln Innovationen. Ihre Arbeit durchzieht das Land, das Wasser und das Wissen, das uns trägt – und verbindet die Nahrung vom Bauernhof bis auf unsere Teller.»

«Frauen stellen 41 % der weltweiten Arbeitskräfte im Agrar- und Ernährungssektor. Dennoch haben sie oft weniger Zugang zu Land, Finanzierung, Technologie und Ausbildung. Wenn Landwirtinnen gestärkt werden, profitieren alle: Hunger nimmt ab, die Ernährungsvielfalt steigt, Einkommen wachsen und Haushalte werden widerstandsfähiger gegenüber Krisen.»

«Die Schliessung der Lücken zwischen Frauen und Männern in Agrar- und Ernährungssystemen kann transformativ wirken. Sie könnte die Ernährungsunsicherheit für 45 Millionen Menschen verringern. Gestärkte Frauen transformieren Agrar- und Ernährungssysteme.»

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