
Agriviva versteht sich als Brückenbauer: Der Verein verbindet die Stadt mit dem Land, die Ostmit der West- und Südschweiz und fördert den Austausch unterschiedlicher Generationen, Kulturen, Traditionen und Mentalitäten.
zvg/Agriviva
AgriViva ist ein gemeinnütziger Verein, der Jugendlichen im Alter von 14 bis 24 Jahren Einsätze auf rund 450 Schweizer Bauernhöfen ermöglicht. Die Jugendlichen gewinnen Einblicke in die Landwirtschaft und helfen im Alltag mit. Unterkunft, Verpflegung, Sackgeld, ein ÖV-Billett und eine Praktikumsbestätigung sind inbegriffen.
Bauernfamilien nutzen den Austausch, um ihre Arbeit zu präsentieren und das Verständnis zwischen Stadt und Land zu fördern. Wie der Verein mitteilt, modernisiert sich AgriViva 80 Jahre nach seiner Gründung grundlegend. So präsentiert die Organisation ein neues Erscheinungsbild sowie eine digitale Vermittlungsplattform.
Bundesratsbeschluss als Gründungsurkunde
AgriViva – früher unter dem Namen Landdienst bekannt – entstand vor 80 Jahren aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs. Ziel war es, die Verbindung zwischen Bevölkerung und Landwirtschaft zu stärken. Wie viele bedeutende zivilgesellschaftliche Organisationen jener Zeit setzte sich auch AgriViva für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Verständnis zwischen Stadt und Land ein. Auf Initiative des damaligen Ständerats und späteren Bundesrats Traugott Wahlen wurde die Organisation im November 1946 per Bundesratsbeschluss offiziell gegründet.

Anlässlich ihres 80. Geburtstags schenkt sich AgriViva ein neues Logo und eine neue Website.
Agriviva
Betriebe präsentieren sich den Jugendlichen
Anlässlich ihres 80-jährigen Bestehens präsentiert sich AgriViva mit einem modernisierten Corporate Design sowie einer neuen Website. Die Vermittlungstätigkeit wurde schweizweit vereinheitlicht. Durch die zentralisierte Datenbewirtschaftung kann die Geschäftsstelle die regionalen Stellen gezielter unterstützen und die Qualität der Einsätze systematischer sichern, heisst es in der Mitteilung.
Die neue Plattform ermöglicht es Bauernfamilien, ihren Betrieb authentisch zu präsentieren und über eigene Kommunikationskanäle sichtbar zu machen. Jugendliche wiederum finden in ihrem persönlichen AgriViva-Konto alle wichtigen Informationen zu ihrem Einsatz übersichtlich an einem Ort zusammengefasst.
Zwei neue Vorstandsmitglieder
Die Generalversammlung wählte Penelope Paparunas, Konrektorin der Fachmittelschule Olten, als Vertreterin der Bildungsinstitutionen in den Vorstand. Ebenfalls neu im Gremium ist Virginie Bugnon, Bäuerin, und Vertreterin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands (SBLV). Doris Marti, die auch Mitglied des SBLV ist, tritt nach sechs Jahren aus dem Vorstand zurück.

Virginie Bugnon leitet die Weintourismus-Aktivitäten des Familienguts Bon-Boccard in Saint-Prex VD. Sie ist Vorstandsmitglied des SBLV und von Agir.
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«Jungen Menschen ein besseres Verständnis für die Landwirtschaft, ihre Realitäten und Herausforderungen zu vermitteln, ist von entscheidender Bedeutung. Sie sind die Konsumentinnen und Konsumenten von morgen», sagt Virginie Bugnon zu ihrem neuen Engagement.
Im Jahr 2025 verbrachten 775 Jugendliche durchschnittlich 15,5 Tage auf einem Betrieb. Das Durchschnittsalter lag bei 16,5 Jahren. Besonders gefragt sind Einsätze in Kombination mit einem Sprachaufenthalt.