Alpkäse soll Weltkulturerbe werden

Die Schweiz hat bei der Unesco die multinationale Kandidatur «Alpines Esskulturerbe» eingereicht. In Zusammenarbeit mit Frankreich, Italien und Slowenien sollen damit nachhaltige alpine Ernährungstraditionen geschützt und weitergegeben werden.

Die Kandidatur ««Alpines Esskulturerbe. Gemeinschaftlich getragene Bewahrungsprogramme» folgt dem wiedererwachten Interesse an nachhaltiger Ernährung. Wie der Bund mitteilt, wird die Kandidatur gemeinsam von Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz eingereicht.

Die Schweiz übernimmt die Koordination. Durch den Eintrag in das Unesco-Register soll die alpine Esskultur als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt werden. Mit einer Entscheidung sei frühestens im Dezember 2027 zu rechnen.

Alp-Käsen als lebendiges Kulturerbe

Das alpine Esskulturerbe umfasst eine ganze Vielzahl von Kenntnissen, Praktiken und Fertigkeiten, die mit der Ernährung in den Bergregionen des Alpenbogens zusammenhängen. Dazu gehören beispielsweise das Käsen in Höhenlagen, das Anbauen und Backen von Getreide, das auf alpine Lebensräume abgestimmt ist, das Sammeln von Wildpflanzen, die Pflege traditioneller Obstgärten oder die Bergimkerei.

«Diese Praktiken, die durch die ökologischen Bedingungen in Höhenlagen und gefestigte Traditionen der Zusammenarbeit zwischen den Tälern geprägt sind, stellen ein lebendiges Erbe dar, das eng mit der Landschaft, mit landwirtschaftlichen Systemen und Lebensweisen der Alpengemeinschaften verbunden ist», schreibt der Bund.

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Würdigung für Älperinnen und Älpler

Die Unesco-Kandidatur würdigt die gemeinsamen Bemühungen, das alpine Esskulturerbe zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben. Sie zeigt, wie Menschen in den Alpen zusammenarbeiten, um Wissen zu teilen, junge Generationen einzubeziehen und eine nachhaltige Ernährung zu fördern.

Die Initiativen knüpfen an das EU-Projekt AlpFoodway (2015–2019) an und werden heute von zahlreichen Organisationen und Gemeinschaften weitergeführt. Ein Beispiel ist das grenzüberschreitende Alpenbrotfestival «Lo  Pan  Ner», bei dem jedes Jahr im Herbst in mehreren Alpendörfern, vor allem im Wallis und im Valposchiavo, das traditionelle Roggenbrot gefeiert wird.

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Wie der Bund ausführt, stützt sich die Vorbereitung des Dossiers insbesondere auf das Projekt «Polo Poschiavo», das Zentrum zur Erforschung der alpinen Bevölkerung «Centre régional d'études des populations alpines (CREPA)», das Culinarium Alpinum, die Stiftung zur Förderung des Genusses, das Kulinarische Erbe der Schweiz und die Schweizerische Vereinigung der AOP-IGP.

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