
Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz fördert Projekte, bei denen naturnahe Nutzung und Biodiversität Hand in Hand gehen. (Symbolbild)
Kanton Solothurn
Sei es der Erosionsschutz durch Trockenmauern, der Windfang durch Alleen oder das Gen-Reservoir durch Obstgärten. Die Schweizer Kulturlandschaft zeugt von Generationen landwirtschaftlicher Arbeit. Ohne das Engagement vor Ort würden diese Strukturen zerfallen und die Bewirtschaftung erschweren. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL-FP) fördert daher gezielt Projekte, bei denen naturnahe Nutzung und Biodiversität Hand in Hand gehen.
«Neben grösseren und kleineren Projekten in den Kantonen Tessin, Graubünden, Uri, Neuenburg, Bern, Jura, St. Gallen und Waadt erhielten auch Ausstellungen, Publikationen und Bildungsaktivitäten mit Landschaftsbezug einen Unterstützungsbeitrag», teilt die SL-FP mit. Auch um die Funktionsfähigkeit und Biodiversität der Agrarlandschaften zu sichern unterstützte die SL-FP Projekte mit 878'000 Franken.
Drei Beispiele zeigen, wie Landwirtschaft und Landschaftsschutz profitieren:
Val-de-Ruz NE: Vitalisierung der Agrarstrukturen
Im Tal zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds steht die Verjüngung des Baumbestandes im Fokus. Insbesondere die für die Region typischen Alleen und Obstgärten am Dorfrand werden revitalisiert. Zudem werden historische Brunnen und Wege saniert, was nicht nur das Landschaftsbild prägt, sondern auch die Infrastruktur für die lokale Bewirtschaftung aufwertet.

Trockenmauern und wertvoller Baumbestand sind Teil des Projekts zur Aufwertung der Landschaft im Val-de-Ruz.
zvg
Calanda GR: Schutz für Vieh und Weide
Der Burgenverein Untervaz saniert am Calandamassiv eine monumentale, 2,2 km lange Trockenmauer aus dem Jahr 1889. Für die Berglandwirtschaft ist dieses Bauwerk essentiell. Es dient als klare Begrenzung der Weideflächen und gleichzeitig als lebenswichtige Absturzsicherung für das Vieh im steilen Gelände. Damit bleibt wertvolles Alpgebiet sicher nutzbar.

Eine Trockenmauer so weit das Auge reicht: Am Calanda erstreckt sich eine imposante Trockenmauer auf einer Länge von über 2 km und überwindet mehr als 600 Höhenmeter.
zvg
Gambarogno TI: Erhalt von Sorten und Nutzbauten
In der Region Gambarogno setzen sich die Bürgergemeinden (Patriziati) für die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Wälder und Felder ein. Das Projekt umfasst die Restaurierung einer historischen Mühle in Indemini sowie eines Alpgebäudes. Parallel dazu werden alte Obstsorten erhalten und Lebensräume für das Birkhuhn verbessert, um die biologische Vielfalt auf den Alpen zu sichern.

In der alten Mühle von Indemini wurden über viele Jahre Roggen, Gerste und Kastanien gemahlen. Heute ist das Gebäude ungenutzt und in schlechtem Zustand. Aussenmauern, Dach und Böden können nun fachgerecht restauriert werden.
zvg