30 Jahre Fendt Vario: Rückblick und Sonderedition

Der Fendt 900 Vario erreicht im Jahr 2026 zwei Meilensteine: Im Juli rollte die 50000ste Einheit der Baureihe vom Band. Fendt feiert das Jubiläum mit einer limitierten Sonderedition.

pd/blu |

Die Geschichte des Variogetriebes und der Baureihe 900 sind eng miteinander verknüpft.1996 führte Fendt das stufenlose Variogetriebe im Fendt Favorit 926 Vario ein und legte den Grundstein für die Erfolgsgeschichte der Baureihe und des Variogetriebes.

«Seitdem diente die Baureihe wiederholt als Plattform für die Einführung neuer Technologien», schreibt Fendt. Der Hersteller nennt den Varioterminal, die Reifendruckregelanlage VarioGrip oder dem Antiblockiersystem (ABS) speziell für Traktoren. In den USA, Australien und Neuseeland agierte das Modell als Zugpferd für das Wachstum der Marke Fendt. «Die kompakte Bauweise und hohe Leistungsfähigkeit überzeugten landwirtschaftliche Betriebe genau wie Lohnunternehmen weltweit», schreibt der Hersteller. Das Design der Baureihe wurde 2005 unter anderem mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet.

Sonderedition

Zum Jubiläum legt Fendt eine limitierte Sonderedition auf, die die Geschichte der Baureihe aufgreift. Die Edition trägt die Lackierung im Stil der Fendt Design-Line von 2005 und umfasst wie damals das Chrompaket. Kundinnen und Kunden können zwischen den Lackierungen in Schwarz, Stahlblau, Tannengrün, Schwarzrot und Nature Green wählen. Die limitierte Sonderedition wird in den nächsten Monaten auf verschiedenen Messen und Veranstaltungen ausgestellt. Unter anderem präsentiert Fendt sie auf der Landtechnikmesse EIMA in Bologna Italien vom 11. bis zum 14 November.

Geschichte des 900 Vario

November 1995:

Fendt stellt in Hannover den Favorit 926 Vario vor – den ersten Traktor weltweit mit einem stufenlosen, leistungsverzweigten Getriebe. Die Fachwelt reagiert skeptisch. Das Prinzip: Der Fahrer regelt die Motordrehzahl und steuert das Getriebe nebenher stufenlos über den Fahrhebel. Ohne feste Übersetzungsverhältnisse fährt der Fendt 900 Vario durchgehend im verbrauchsoptimalen Drehzahlbereich.

1999:  

Vier Jahre nach der Premiere bekommt die Baureihe mit dem Facelift ein neues Gesicht: Angelehnt an den Fendt Farmer 400 und Favorit 700 Vario ersetzen zwei tiefsitzende Rundscheinwerfer unter einer geschwungenen Haube das kantige Design. Intern heisst der Traktor schnell «Froschauge». Mit dem Facelift kommen zwei technische Neuerungen: eine elektronisch gesteuerte Einspritzung und das erste Vario Terminal. Über die Variotronic steuert der Fahrer zentrale Funktionen wie Steuergeräte und Drehzahlspeicher. Der weiterentwickelte Joystick erhält das sogenannte Kleeblatt – vier Tasten für Automatikfunktionen von Kraftheber und Zapfwelle. Das Kleeblatt findet sich bis heute auf allen Fendt Traktoren.

2003:  

Bis 2003 stellen Fahrer über den Fahrhebel das Übersetzungsverhältnis des Getriebes ein und regeln die Motordrehzahl über das Fahrpedal. Mit der zweiten Generation des «Neuners» bringt Fendt eine Neuerung, die das Fendt Fahren bis heute prägt: das neue Traktor-Management-System (TMS): Es vernetzt Motor und Getriebe elektronisch und passt die Drehzahl automatisch an den Leistungsbedarf an. Damit steuern Fahrer des Fendt 900 Variogetriebe und Motor per Fahrhebel. Am Vorgewende zeigt sich eine weitere Neuheit: Variotronic Teach-In. Der Fahrer programmiert bis zu 16 Arbeitsschritte: Ausheben, Zapfwelle aus, Wenden, Absenken. Beim nächsten Durchgang übernimmt das System.

2005:  

Auf der Agritechnica 2005 zeigt Fendt den neuen Fendt 936 Vario. Den MAN-Motor des Vorgängers ersetzt ein Deutz-Aggregat mit 360 PS Motorleistung. Dazu kommen Einzelradaufhängung, eine neue Kabine und die Ausstattungsvarianten Power und Profi. All diese Neuerungen machen den neuen Fendt 936 Vario für Landwirte weltweit interessant. Mit 360 PS und einer Zulassung für 60 km/h übertrifft er 2005 jeden anderen Standardtraktor auf dem Markt. Für Aufsehen sorgt aber vor allem ein Exponat auf dem Messestand: ein Fendt 900 Vario in Schwarz statt dem klassischen Fendt Grün. Die Branche tauft ihn sofort auf den Spitznamen «Schwarze Madonna».

2010: 

Die vierte Generation bringt den Fendt 900 Vario auf ein neues Leistungsniveau: Das neue Topmodell Fendt 939 Vario erreicht mit einem 7,8-l-Deutz-Motor eine maximale Leistung von 390 PS. Dazu kommt die integrierte Reifendruckregelanlage VarioGrip. Mit VarioGrip stellen Fahrer den Reifeninnendruck über das Varioterminal ein, ganz ohne abzusteigen. Im Feld senkt ein niedrigerer Druck die Bodenverdichtung und erhöht die Traktion durch eine grössere Aufstandsfläche. Auf der Strasse verringert ein höherer Druck der Rollwiderstand, senkt den Kraftstoffverbrauch und verlängert die Lebensdauer der Reifen. Dank ABS bremst der Traktor auch bei hohen Geschwindigkeiten sicher.

2013:  

Die fünfte Generation bekommt ein Update unter der Haube. Ein neuer Deutz-Motor, Stahlkolben und zwei unterschiedlich grosse Turbolader, sowie ein zusätzlicher Ladeluftkühler ersetzen das bisherige Aufladesystem. Das Ergebnis: Der Motor spricht schneller an und arbeitet effizienter im unteren Drehzahlbereich. Auch die Kühlung von Motor und Getriebe legt Fendt neu aus. Ein optionaler Umkehrlüfter reduziert Standzeiten, der 300 Grad Scheibenwischer sorgt für eine optimale Sicht auch auf den Radeinlauf. Im DLG-PowerMix-Test erreicht der Fendt 939 Vario 2015 einen Verbrauch von 242 g/kWh plus 11 g/kWh AdBlue, der niedrigste Wert in seiner Leistungsklasse unter der verschärften Abgasnorm Stufe 5.

2019:  

Vor VarioDrive hatte jedes Variogetriebe zwei Fahrstufen: Acker und Strasse. Mit dem neuen Antriebsstrang VarioDrive fallen die Fahrstufen weg. VarioDrive umfasst auch den variablen Allradantrieb, der sich bereits im Fendt 1000 Vario bewährt hat. Der Antriebsstrang kombiniert in der sechsten Generation des Fendt 900 Vario ein neues Fendt Variogetriebe TA 300 mit einem darauf abgestimmten MAN-Motor. Der erreicht mit dem Niedrigdrehzahlkonzept Fendt iD und 9,0 Litern Hubraum im Topmodell Fendt 942 Vario 415 PS Maximalleistung. Der maximale Reifendurchmesser an der Hinterachse steigt auf 2,20 Meter.

2021: 

Auf der Agritechnica 2019 zeigt Fendt den Fendt 900 Vario mit dem bisherigen Varioterminal. Zwei Jahre später folgt das Update auf FendtONE und verändert den Arbeitsablauf zwischen Büro und Kabine: Erstmals plant der Betriebsleiter Aufträge am Rechner und überträgt sie drahtlos auf den Traktor. Die Dokumentation läuft auf Knopfdruck mit und reduziert den Arbeitsaufwand im Büro. In der Kabine erweitert der neue 3L-Joystick die Bedienungsmöglichkeiten: Der Fahrer weist bis zu 27 Funktionen auf drei Ebenen frei zu, einschließlich der Steuerung von ISOBUS-fähigen Anbaugeräten. Das Traktor-Implement-Management (TIM) regelt die Fahrgeschwindigkeit automatisch je nach Auslastung des Anbaugerätes. Der Fahrer überwacht, die Technik regelt. Ein selbstreinigender Motorluftfilter kann sich per Druckluft im eingebauten Zustand freipusten, auch während der Fahrt.

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