
Lemken produziert Bodenbearbeitungsgeräte, Sämaschinen, Pflanzenschutztechnik, Düngerstreuer sowie Lösungen zur Vernetzung von Maschinen und Daten.
Lemken
Mit dieser Kapazitätsanpassung reagiert das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die aktuell schlechte Auftragslage. Derzeit sei geplant, die Arbeitszeit in Alpen um einen Tag pro Woche zu reduzieren. Die Service- und Ersatzteilabteilungen sollen für die Kunden aber weiterhin normal erreichbar sein. Bereits im Oktober 2024 hatte Lemken Kurzarbeit ausgerufen, seinerzeit ebenfalls wegen schwacher Nachfrage.
Steigende Kosten
Die aktuelle Kurzarbeit sei eine Massnahme, um die Strukturen zu stabilisieren und die Handlungsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern, erklärte Lemken-Finanzchef Klaus Kuhl. Er wies darauf hin, dass die Rahmenbedingungen in der Agrartechnikbranche herausfordernd blieben. Weltweite politische Unsicherheiten, angespannte Handelsbeziehungen, steigende Kosten im Agrarsektor sowie eine verhaltene Investitionsbereitschaft der Landwirte und Lohnunternehmer drückten weiterhin die Nachfrage an den internationalen Märkten.
Das Familienunternehmen hat nach eigenen Angaben bereits umfangreiche Sparmassnahmen in allen Geschäftsbereichen eingeleitet. Ab dem 1. Juli 2026 bis Ende Dezember 2026 gilt deshalb am Stammsitz in Alpen Kurzarbeit für den Grossteil der Belegschaft. «Wir wissen, dass Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter eine spürbare Veränderung bedeutet. Unser Ziel ist es, Beschäftigung zu sichern und Lemken solide durch diese Marktphase zu führen», sagt Kuhl. Der Standort Haren mit dem Kompetenzzentrum Sätechnik ist von der Regelung ausgenommen.
Rund 550 Mio. Umsatz
Für das Geschäftsjahr 2025 hat Lemken noch keine detaillierten Finanzkennzahlen vorgelegt. Im Jahr 2024 war ein Umsatz von knapp unter 600 Mio. Euro (554 Mio. Fr.) erzielt worden, womit das hohe Niveau der Vorjahre bei gebremstem Wachstum in etwa gehalten werden konnte.
Erst im November 2025 hatte das Unternehmen die Geschäftsführung zu einem Dreierteam erweitert. Ein halbes Jahr zuvor wurde ein Beirat eingerichtet, der die Geschäftsführung berät und strategisch begleiten soll.