Der weltweite Rückgang auf den Landtechnikmärkten bekommt auch Claas zu spüren. Das Familienunternehmen aus Harsewinkel D verzeichnete 2016 einen Umsatzrückgang um mehr als fünf Prozent auf gut 3,6 Milliarden Euro (3.9 Mrd. Fr.)
Claas erzielte 2016 einen Umsatz von 3,631 Milliarden Euro (3.9 Mrd. Fr.) (Vorjahr: 3,838 Milliarden Euro). Das Ergebnis vor Steuern ging – vorwiegend volumenbedingt – auf 93 Millionen Euro (100 Mio. Fr.) (2015: 158 Millionen Euro) zurück. Das Ergebnis unter dem Strich (Überschuss) brach um fast zwei Drittel auf knapp 38 Millionen Euro ein. Präsentiert hat Claas den Jahresabschluss an der Bilanzmedienkonferenz vom Mittwoch in Düsseldorf.
Weniger Mähdrescher in den USA und Europa
Grund für den Rückgang ist laut Claas der erneut deutliche Rückgang der Nachfrage für professionelle Landtechnik. So sei etwa der Mähdreschermarkt in Nordamerika seit dem Jahr 2013 um die Hälfte eingebrochen, während er in Europa um 22 Prozent schrumpfte.
Claas profitierte von einem Umsatzanstieg in Osteuropa und einer stabilen Entwicklung in Frankreich. In allen anderen Regionen entwickelten sich die Umsätze rückläufig.
Konsequente Digitalisierung
Insgesamt zeigt sich Claas trotzdem zufrieden. „Wir haben uns in weiter stark rückläufigen Märkten gut behauptet. Das zweistellige Umsatzwachstum in Osteuropa wirkte sich stabilisierend aus. Um aus dem mehrjährigen Marktabschwung gestärkt hervorzugehen, setzen wir unser Effizienzprogramm fort und investieren weiter konsequent in die Digitalisierung und Internationalisierung“, sagte Lothar Kriszun, Sprecher der Claas-Konzernleitung.
Die Investitionen in Forschung und Entwicklung stiegen auf einen neuen Rekordwert von 214 Millionen Euro (Vorjahr: 203 Millionen Euro) und haben sich somit in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Im südrussischen Krasnodar wurde die Produktion der modernsten Landtechnikfabrik Europas hochgefahren. Die Eröffnung hatte im Oktober 2015 stattgefunden. Mit rund 120 Mio. Euro ist es die bislang grösste Einzelinvestition in der Claas-Geschichte.
Aussichten
Auch für 2017 rechnet Claas mit Kaufzurückhaltung wegen der negativen Entwicklung landwirtschaftlicher Einkommen. Der Umsatz soll weiter leicht sinken, das Ergebnis vor Steuern stabil bleiben. Claas beschäftigte mit der Produktion vor allem von Mähdreschern und Traktoren 2016 rund 11'300 Mitarbeiter - zwei Prozent weniger als 2015. In Deutschland beschäftigt Claas unverändert über 5200 Mitarbeiter