Dank Landtechnik Ressourcen wirkungsvoller nutzen

Erstmals hat der internationale Agrartechnik-Kongress AgEng in der Schweiz stattgefunden. Rund 350 Personen und Wissenschaft aus der ganzen Welt gingen an der ETH in Zürich der Frage nach, wie sich die Landtechnik zu Gunsten einer gesteigerten Ressourceneffizienz weiter optimieren lässt.

Heinz Röthlisberger |

Erstmals hat der internationale Agrartechnik-Kongress AgEng in der Schweiz stattgefunden. Rund 350 Personen und Wissenschaft aus der ganzen Welt gingen an der ETH in Zürich der Frage nach, wie sich die Landtechnik zu Gunsten einer gesteigerten Ressourceneffizienz weiter optimieren lässt.

Immer mehr Menschen auf dieser Erde benötigen immer mehr Land, Lebensmittel und Wasser. Die Schonung dieser Ressourcen wird deshalb immer wichtiger. Thema war dies auch am Weltkongress der Agrartechniker AgEng, der von Agroscope Tänikon organisiert worden ist und diese Woche an der ETH in Zürich stattgefunden hat.

«Die Ressourceneffizienz ist auch für die Landtechnik-Branche eine grosse Herausforderung», sagte Bernard Lehmann, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), an der Kongresseröffnung am Montag. Die Erwartungen an die Technik-Innovationen seien in Anbetracht der weltweit steigenden Nachfrage nach Energie, Wasser und Land sehr hoch.

Wichtige Vernetzung

Eine umfassende Betrachtung der Produktionssysteme dürfe aber nicht ausser Acht gelassen werden.  «Forschung und Industrie müssen in ihrer Arbeit auch  Umwelt- und Tierschutzfragen sowie die Vielfalt der Bewirtschaftungssysteme  berücksichtigen», appellierte der BLW-Direktor an die Kongressteilnehmer.

Zudem benötige die Landwirtschaft zur Gewinnoptimierung mehr kosteneffiziente Technologie. Gerade deshalb sei die Vernetzung der Agrarforschung, national und international, sehr wichtig. «Der Kongress AgEng 2014 ist ein hervorragendes Beispiel dafür», sagte Lehmann.

Digitale Zukunft

Dass die grossen Fortschritte in den Bereichen Elektronik, Mechatronik und Datenmanagement die Landwirtschaft verändert haben, zeigte Eberhard Nacke in seinem Referat auf. Der  Produktstratege beim  deutschen Landmaschinenhersteller Claas  glaubt, dass die digitale Vernetzung zwischen den Landmaschinen noch weiter zunehmen wird.

Landmaschinen, die untereinander und herstellerübergreifend kommunizierten, die Reparaturwerkstätten, die direkt Zugriff auf die Maschine hätten, und der Bauer, der die Daten auf Tablet oder Smartphone jederzeit kontrollieren könne, seien längst keine Utopie mehr.  

Austausch mit Industrie

«Wir nutzen mit diesem Kongress die Gelegenheit, den 350 Kongressteilnehmern die Schweizer Landwirtschaft mit ihren speziellen Ansprüchen an die Landtechnik   näherzubringen», sagte  Robert Kaufmann von der Agroscope in Tänikon und Präsident der Europäischen Gesellschaft der Agrartechniker EurAgEng.

Kaufmann ist vor zwei Jahren beim letzten Kongress in Valencia (E) zum Präsidenten der EurAgEng gewählt worden. «Die Aufgabe der Gesellschaft, die rund 2000 Mitglieder hat, ist die Förderung der  wissenschaftlichen Aktivitäten der Agrartechnik-Forscher und die Zusammenarbeit mit der Landmaschinen-Industrie», sagte Kaufmann.

Das Amt des Präsidenten ist auf zwei Jahre beschränkt. Zum Nachfolger von Robert Kaufmann wurde in Zürich Emmanuel Hugo aus Frankreich gewählt. Der nächste Kongress findet in zwei Jahren in Dänemark statt.

Innovations-Award

Vergeben wurde am Kongress auch ein Innovations-Award. Erhalten hat diesen Preis ein Forscherteam aus Holland, das in Zusammenarbeit mit Lely ein System zur berührungslosen Gewichtsbestimmung von Tieren entwickelt hat. Das System kann mit einer 3-D-Kamera und nachfolgender Bildbearbeitung das Gewicht der Tiere sehr genau bestimmen. 

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