Im Netz kursiert zur Zeit ein Video von einem Deutz Fahr Schlepper der Serie 9. Das Gerät hebt im Video seine Kabine an und dreht sie dann anschliessend. Somit könnte der Schlepper, wie der Xerion von Claas, mit der vollwertigen Kabine rückwärts in Schubfahrt arbeiten. Eine Landtechnik-Firma bringt Licht ins Dunkel
Nun stellt sich die Frage, ist dieser Schlepper nur eine Spezialfertigung oder sogar ein Prototyp für eine Serienmaschine. Damit wäre der Deutz neu direkter Konkurrent der Rückfahr-Schlepperhersteller wie Valtra oder Fendt und mit den Leistungen von rund 290 bis 330 PS sogar dem Xerion als Wendeschlepper schon knapp auf den Fersen.
Gemäss einem Facebook-Post der Wohlmannstetter Landtechnik-Vertriebs GmbH wird die Kabine in einem Parallelogramm nach oben gefahren und anschliessend gedreht. Grosser Vorteil gegenüber dem Xerion sei, dass der Schlepper langsam gefahren werden kann, egal wohin die Kabine gedreht worden ist. Zum Preis gäbe es noch keine genauen Angaben. Gemäss der Rottenkolber Umwelttechnik, die das System gemeinsam mit Paul Nutzfahrzeuge umgesetzt hat, dürfte die Anfertigung rund 50'000 Euro kosten.
Wir erinnern uns: Im Jahr 2000 präsentierte der Same-Konzern (zu dem Deutz Fahr heute gehört) die Galileo- bzw. Intel Cab im Same Rubin und Lamborghini Champion. Diese Kabine war entkoppelt vom Schlepperchassis und hatte einen integrierten Hangausgleich. Damit konnte der Fahrer äusserst komfortabel am Hang entlang oder hoch und runter fahren. Durchgesetzt hat sich diese Technik damals, sehr wahrscheinlich aus Preisgründen, aber nicht. Ob SDF wieder einen Schlepper mit Spezialkabine konstruiert, bleibt deshalb offen.