Führung der GVS nimmt den Hut

Beim Schaffhauser Genossenschaftsverband (GVS) kommt es zu einem Doppelrücktritt an der Spitze. Die Gründe.

Beim landwirtschaftlichen Genossenschaftsverband Schaffhausen (GVS) kommt es zu einem markanten Umbruch an der Spitze. Verwaltungsratspräsident Cyril Tappolet und Geschäftsführer Markus Angst treten zurück.

Hintergrund ist eine gescheiterte Transformation, die aufgrund grösserer struktureller und wirtschaftlicher Herausforderungen als ursprünglich angenommen nicht umgesetzt werden kann.

Sacha Cerini neuer CEO

Der GVS sieht sich deshalb gezwungen, einschneidende Massnahmen zu prüfen und einen neuen strategischen Ansatz zu entwickeln. Das schreiben die «Schaffhauser Nachrichten». Übergangsweise übernimmt Verwaltungsrat Roland Ochsner das Präsidium. Die Nachfolge für den operativen GVS-Chef Angst wird sein derzeitiger Stellvertreter Sacha Cerini übernehmen. Angst bleibt in einer Co-Führung noch bis zum 1. Juli 2026 im Amt. Das ist aus der Medienmitteilung von Freitag zu entnehmen, die grundsätzlich versöhnlichere Worte findet.

Mit über 500 Mitarbeitenden, 22 Standorten und einem Umsatz von rund 311 Millionen Franken (2024) ist der GVS ein zentraler Partner für die Landwirte in der Region. Gleichzeitig steht die Organisation unter Druck: Der Weinkonsum ist rückläufig, der Landtechnikmarkt verhalten. Das belastet mehrere Geschäftsbereiche. Besonders betroffen sind laut bisherigen Aussagen die Sparten Landi und Wein, diese schliessen laut dem Geschäftsbericht 2024 beide je mit rund 1 Million Franken Verlust ab. Was bedeutet, dass die Sparte Landtechnik diesen Verlust berappen musste.

Branche macht sich Sorgen

Aus Sicht der Landwirtschaft sorgt die Entwicklung für Unsicherheit. Der Schaffhauser Bauernverbandspräsident Christian Müller warnt gegenüber den «Schaffhauser Nachrichten» vor den Folgen eines geschwächten oder gar wegfallenden Partners. Gerade in einer geografisch ohnehin eingeschränkten Marktregion könnte dies die Position der Betriebe zusätzlich verschlechtern.

Als mögliche Szenarien nennt er eine Übernahme durch grössere Akteure oder im Extremfall das Verschwinden des GVS. Die Landi-Sparte wie auch das Weingeschäft des GVS sind kein Teil der Fenaco-Gruppe. Weiter importiert die GVS-Agrar-Sparte Traktoren der Marke Fendt, die seit Jahren Marktführer ist in der Schweiz. Daneben auch die Marken Massey Ferguson und Valtra.

Kommentare (1)

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  • Bauer, Kunde, Konsument | 23.03.2026

    Sprechen wir vom Landtechnikmarkt. Die Preissteigerung an der Front von den letzten Jahren is absolut nicht gerechtfertigt.


    Plus 25%-40% in den letzten 5 Jahren. Das Bauch gefühl wird durch KI bestätigt. Über die Details lässt sich streiten, aber die Realität ist hartnäckig. Trotz sehr starkem CH-Franken.


    Auf unseren Höfen haben wie nie solche Mehrwerte erreicht in dieser Zeitspanne.


    Ja, es wird übertrieben, finanzierung zu 90% mit Leasing sei Dank, auf den Höfen sicher öfters, aber die Baüme wachsen nirgendwo bis in den Himmel.

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