
Bei den Landwirten in Deutschland und Frankreich nimmt die Bereitschaft zu Investitionen in neue Traktoren weiter ab.
Daniel Affolter
Bei den Landwirten in Deutschland und Frankreich nimmt die Bereitschaft zu Investitionen in neue Traktoren weiter ab. Das geht aus den jüngsten Zahlen der jeweiligen Branchenverbände hervor. In Deutschland wurden nach Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im Jahr 2025 insgesamt 25’711 Traktoren neu zugelassen. Das entsprach gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 12,2 %.
Diese Zurückhaltung zeichnet sich bereits seit 2023 ab. Schon damals meldete der VDMA eine Stagnation bei den Traktorenneuzulassungen.
Rückgänge in fast allen Leistungsklassen
Im vergangenen Jahr verzeichnete der VDMA die stärksten Rückgänge gegenüber 2024 im Segment von 51 bis 100 PS. Dort wurden mit 4’566 Traktoren 19,2 % weniger Maschinen neu zugelassen als im Vorjahr. An zweiter Stelle folgte die Leistungsklasse bis 50 PS mit einem Rückgang um 16,5 % auf 6’255 Schlepper.
Im Segment der Traktoren mit mehr als 150 PS wurden mit 11’862 Einheiten 9,6 % weniger Schlepper neu zugelassen. Den geringsten Rückgang meldete der VDMA in der Leistungsklasse von 101 bis 150 PS mit einem Minus von 4,6 % auf 4’062 Traktoren.
Düsteres Bild in Frankreich
Noch deutlich stärker als in Deutschland ist die Investitionsbereitschaft der Landwirte in Frankreich zurückgegangen – und das bereits im dritten Jahr in Folge. Im Bereich der Schlepper erreichte sie damit den niedrigsten Stand seit zehn Jahren.
Nach Zahlen des Verbandes der Landtechnikhersteller Axema liessen französische Landwirte 2025 insgesamt 19’561 Traktoren neu zu. Das waren 18,5 % weniger als 2024 und sogar 21,0 % weniger als im Fünfjahresmittel.
Besonders starke Einbrüche im Wein- und Obstbau
Besonders ausgeprägt ist der Rückgang der Neuzulassungen bei Maschinen für die Weinbergspflege und den Obstbau. In diesem Segment meldeten Winzer und Obstbauern 2’027 Traktoren zur Neuzulassung an. Das entsprach gegenüber 2024 einem Minus von 19,9 % und lag sogar 42,8 % unter dem Fünfjahresmittel.
Auch Spezialsegmente unter DruckEbenfalls rückläufig, wenn auch weniger stark, waren Axema zufolge die Neuregistrierungen von Traktoren für die Grünflächenpflege sowie von Teleskopladern. Von erstgenannten Maschinen wurden 2025 insgesamt 6’328 Stück registriert. Das bedeutete gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 4,9 %, während im Fünfjahresmittel noch ein Plus von 5,6 % verzeichnet wurde.
Die Neuzulassungen von Teleskopladern sanken im Berichtsjahr um 7,3 % auf 4’791 Einheiten. Im Fünfjahresmittel entsprach dies einem Rückgang von 2,8 %.
Wirtschaftliche Lage belastet Markt
Axema führt diese Entwicklung in erster Linie auf die angespannte wirtschaftliche Lage im Landmaschinensektor zurück. Zusätzlich habe das Inkrafttreten der europäischen Vorschriften für Bremssysteme landwirtschaftlicher Fahrzeuge zum 1. Januar 2025 eine Rolle gespielt.
Diese Frist habe die Branche dazu veranlasst, Traktoren und Teleskoplader bereits Ende 2024 vorzuregistrieren.