
Hitze und Staub erhöhen die Brandgefahr.
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Wie die BUL in einem Merkblatt schreibt, geht die Gefahr nicht von der Selbsterwärmung des Heu hervor, sondern in der Kombination aus leicht entzündbaren Materialien und heissen Maschinenteilen oder Funken. «Ein Brand breitet sich in dieser Situation aufgrund der vorhandenen Brandlast sehr schnell aus», warnt die Beratungsstelle.
Das Pressen von Heu ab Stock erfordert besondere Massnahmen zur Brandverhütung. Die BUL gibt Tipps, wie man die Gefahr senkt. Die Empfehlungen würden aber weder die geltenden Brandschutzvorschriften noch die Anweisungen der zuständigen kantonalen Behörde ersetzen.
Unsichtbare Gefahren
Beim Pressen laufen Traktor und Ballenpresse unter Volllast. Der Motor und insbesondere die Auspuffanlage erreichen dabei Temperaturen, die trockenes Heu ohne Weiteres entzünden können. Besonders kritisch wird es, wenn loses Material in Kontakt mit heissen Teilen kommt. «Etwa, wenn beim Schwenken des Heukrans über den Traktor Heu auf dem Auspuffrohr landet – oder wenn heisse Abgase auf brennbare Materialien treffen», schreibt die BUL.
Neben der Hitze spielt auch der Staub eine entscheidende Rolle. In Verbindung mit Öl und Fett entstehen Ablagerungen, die sich auch an heissen oder bewegten Maschinenteilen festsetzen. Gleichzeitig würden viele Maschinenkomponenten während des Pressens am Limit laufen, heisst es im BUL-Merkblatt.
Wichtige Wartung
Ohne gründliche Wartung und regelmässige Reinigung entstehen Reibstellen, die überhitzen und letztlich in Verbindung mit den Verschmutzungen einen Brand auslösen können. «Eine regelmässige Wartung ist daher unerlässlich. Zudem muss die Maschinenkombination vor Arbeitsbeginn auf Einsatzbereitschaft überprüft werden», macht die Beratungsstelle deutlich. Dazu gehört:
- Schmierung sicherstellen, um heiss laufende Teile zu vermeiden.
- Hydraulikschläuche auf Dichtheit und Zustand prüfen.
- Maschine reinigen: keine alten Verschmutzungen (Staub, Ölrückstände, Alblagerungen) – insbesondere an heissen Teilen / Kühlelementen.
- Sicherstellen, dass geeignetes Löschmittel in genügender Menge auf der Maschine vorhanden ist.
Pressen nur im Freien
Besonders heikel sei das Pressen im Gebäude. «Die Hitze kann sich stauen. Gleichzeitig ist die Staubkonzentration hoch, es sind grosse Mengen an brennbarem Material vorhanden und Fluchtwege werden eingeschränkt», schreibt die BUL. Deshalb empfiehlt sie, den Pressvorgang grundsätzlich immer ausserhalb von Gebäuden durchzufühen.
Die Beschickung der Presse mit einem Hebefahrzeug oder mit dem Kran aus der Scheune heraus muss entsprechend organisiert werden. Ist dies nicht möglich, empfiehlt die BUL, den Traktor ausserhalb des Gebäudes zu platzieren. Dabei sei sicherzustellen, dass die Abgase ins Freie geleitet würden. In jedem Fall sind die Vorgaben der zuständigen Brandschutzbehörde zu beachten.
Ausmerksam sein
«Der Einsatzort muss so eingerichtet sein, dass die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet ist und im Brandfall rasch reagiert werden kann», schreibt die Beratungsstelle. Traktor, Dosiereinheit und Presse sollen übersichtlich und mit ausreichend Platz aufgestellt werden. Nicht benötigte und insbesondere brennbare Materialien sollen aus dem Arbeitsbereich entfernt werden.

Löschmittel auf der Maschine sollten in ausreichender Menge vorhanden sein.
BUL
Bei ungewöhnlichen Geräuschen, auffälligen Gerüchen oder steigenden Temperaturen soll die Maschine umgehend gestoppt werden. Anschliessend gelte es, die Ursache zu beheben. Dann könne erst wieder weitergearbeitet werden, so die BUL. Sie rät weiter zu regelmässigen Zwischenreinigungen während des Arbeitsvorgangs. Das vermeidet Ablagerungen, Heisslaufen und Wärmestaus. Regenerationsprogramme bei Partikelfiltern führen zu extrem hohen Temperaturen. Sie dürfen gemäss BUL niemals im Gebäude, in Gebäudenähe oder im Bereich von brennbaren Materialien durchgeführt werden.
Bevor Maschinenkombination nach Arbeitsende in einem geeigneten Gebäude geparkt werden, sollen sie im Freien auf einem nicht brennbaren Untergrund abkühlen können.
Notfallkonzept erstellen
Ein einfaches, klares Notfallkonzept stellt sicher, dass im Brandfall richtig reagiert werden kann, hält die BUL fest. Das Konzept ist vor Arbeitsbeginn mit allen Beteiligten zu besprechen. Insbesondere folgende Fragen sind zu klären: Sind die Mitarbeitenden im Bereich Brandschutz und Brandbekämpfung genügend geschult? Wo befinden sich die Löschmittel? Sind die Notrufnummern zur Alarmierung vorhanden (Feuerwehr 118 – z.B. eingespeichert auf dem Handy oder eine Notruf-App wie EchoSOS)? Besteht am Einsatzort Handyempfang?
Löschmittel müssen gemäss Beratungsstelle direkt am Arbeitsort verfügbar sein, beispielsweise ein tragbarer Feuerlöscher oder ein sofort zugänglicher Wasserlöschposten. Mobile Löschanlage fassen bis zu 130 Liter Wasser sowie Schaummittel und gewährleisteten im Brandfall eine rasche Intervention.