Warum Zetor die Traktorenproduktion nach Indien verlagert

Der tschechische Hersteller kehrt Europa den Rücken. Die Produktion wird nach Indien verlagert. Die Gründe.

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Während 80 Jahren hat Zetor in Tschechien Traktoren produziert. Damit ist nun Schluss. Die Traktoren kommen künftig aus Indien und China. Begründet wird der Schritt mit den höheren Kosten, die die Wettbewerbsfähigkeit schmälern. Dieser Trend zeige sich inzwischen in ganz Europa, insbesondere in der Autoindustrie, teilte Zetor mit.

Preise für Komponenten stark gestiegen

«Die Preise für Stahl, Kunststoffe, Aluminium und Energie sind für europäische Traktorenhersteller in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, während die Verkaufspreise für Traktoren aufgrund des Marktrückgangs und des starken Wettbewerbs auf ähnlichem Niveau geblieben sind», teilte das Unternehmen Mitte Juli mit.

«Die Herstellung von kleinen und mittelgrossen Traktoren bis 130 PS in Europa ist unter den derzeitigen Bedingungen nicht sinnvoll», erklärte Betriebsdirektor Robert Harman Mitte Juli. Gemäss Zetor sind die Materialien in China oder Indien um 30 bis 35 Prozent günstiger. Zudem haben viele Zulieferer von Vorderachsen, Getrieben, Motoren und Hydrauliksystemen ihre Fertigung ebenfalls von Europa nach Asien verlagert. Das wiederum führte zu höheren Importkosten für Zetor.

5000 Traktoren aus Indien

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wird Zetor in Indien für die Traktorenproduktion ein bestehendes Gemeinschaftsunternehmen nutzen. In China sucht der Hersteller noch einen Partner. Gemäss Zetor können sowohl die Serienproduktion als auch die Markteinführung neuer Produkte in China dank eines hochentwickelten Zuliefernetzwerks und der schnellen Arbeitsweise lokaler Ingenieure ungefähr doppelt so schnell abgeschlossen werden wie in Europa.

«Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 5000 Traktoren aus Indien zu exportieren. Dasselbe Ziel gilt für China. Zetor rückt näher an die Zulieferer der wichtigsten Komponenten heran, um effizienter zu werden und gleichzeitig die Erweiterung seines Produktportfolios zu beschleunigen», sagte Robert Harman.

Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen nach eigenen Angaben 1500 Traktoren. Ganz aus Tschechien zieht Zetor nicht ab. Service, Logistik, Vertrieb und Marketing bleiben in Brünn. Durch die Verlagerung gehen 33 Arbeitsplätze verloren.

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