Ex-VW-Chef Diess will E-Traktor auf den Markt bringen

Der frühere VW -Chef Herbert Diess will im kommenden Jahr mit einem neuen Unternehmen einen Elektro‐Traktor auf den Markt bringen. Es soll sich um einen Mittelklasse-Traktor für Landwirte und kommunale Dienste handeln, schrieb er auf der Plattform LinkedIn.

sda |

Die Landmaschine soll mit einem Wechsel-Akkusystem ausgestattet sein, das einen «24/7-Betrieb» ermögliche. Ausserdem sollen an den Traktor alle gängigen Geräte wie Mähwerke und Schneeschilder angebaut werden können.

Von den ersten Auslieferungen 2027 an will das Unternehmen Diess zufolge mit vergleichbaren Diesel-Fahrzeugen wettbewerbsfähig sein. «Wir möchten unsere Wettbewerbsfähigkeit schnell an möglichst viele Betriebe weitergeben», schrieb der 67-Jährige. Gelingen solle das durch attraktive Preise, höchste Qualität und die Möglichkeit, den in der Landwirtschaft selbst produzierten Solarstroms für die tägliche Arbeit einzusetzen.

«Wir sind voll im Zeitplan»

Die Diess E-Agrartechnik AG sei bei der Produktentwicklung «voll im Zeitplan». Ein kompetentes Kernteam treibe das Unternehmen an. Die Firma mit Sitz in München arbeitet demzufolge mit einem in Deutschland, Österreich und der Schweiz etablierten Landmaschinenunternehmen sowie Zulieferer zusammen. Die Namen der Partnerfirmen nannte Diess nicht.

Im Unternehmensregister des Bundes ist Diess› Firma bislang nicht aufgeführt. Neben Traktoren will das Unternehmen unter anderem auch Ladestationen und elektrische Anbaugeräte anbieten. Perspektivisch seien ausserdem autonome Landmaschinen vorgesehen.

Diess nach VW: Aufsichtsratschef und Hotelier

Diess war von 2018 bis 2022 Konzernchef von Volkswagen. Auch nach seiner Absetzung erhielt er ein Vorstandsgehalt in Millionenhöhe. 2025 waren es einschliesslich Altersvorsorge und variabler Vergütung gut neun Millionen Euro – mehr als sein Nachfolger Oliver Blume. Endgültig bei den Wolfsburgern in den Ruhestand ging Diess an seinem 67. Geburtstag im Herbst 2025.

Seit 2023 ist der gebürtige Münchner Aufsichtsratschef beim Chiphersteller Infineon. Er engagiert sich überdies bei mehreren Start-ups – und ist nach früheren Angaben oft in Spanien, wo er ein kleines Hotel betreibt, samt Rinderzucht und Birnenplantage.

Kommentare (1)

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  • Markus | 27.05.2026
    Ob das gut kommt? Ich habe da so meine Zweifel.
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