
Der Baselbieter Beat Sprenger aus Wintersingen zieht seine perfekte Anschlussfurche an den Keil und beendete den zweiten Wettkampftag als zweiter.
Roland Müller
Alleine der Schauplatz der diesjährigen Europameisterschaft im Wettpflügen war einzigartig: Am nördlichsten Zipfel der Schweiz in Wunderklingen SH in direkter Grenzlage zu Deutschland gibt es nicht viel mehr als einen Bauernhof mit Mühle.
Bei schönstem Wetter sorgten dort rund 5‘000 bis 7‘000 Besucherinnen und Besucher auf dem Wettkampfplatz und dem Festareal mit seinen verschiedenen Verkaufsständen und Ausstellern für regelrechte Volksfeststimmung.
Wettkampfstart am Samstag
Nach dem feierlichen Fahnenaufzug und der Parade der teilnehmenden 18 Pfluggespanne aus 10 Nationen am Samstagvormittag wurde der Wettkampf aufgenommen. Dieser erfolgte ganz auf deutschem Boden, in Eggingen, rund 2,5 Kilometer südlich von Wunderklingen SH.
Die Niederschläge sorgten dafür, dass die Bodenverhältnisse sich verbesserten und alle Pflügerteams ideale und faire Verhältnisse vorfanden. Das grosse Stoppelfeld von rund 10 Hektaren wies einen sehr homogenen Boden auf und liess sich entsprechend sehr gut pflügen.
Exakt gezogene Furchen
Am Rand der 18 trapezförmigen Wettkampfparzellen verfolgten am ersten Tag Hunderte von Besuchern diesen speziellen Wettkampf. Bereits bei der Startfurche zeigten sich unter den Teilnehmern grössere Unterschiede. Während sich die Laien über die geraden und exakt gezogenen Furchen wunderten, prüfte das Fachpublikum die Arbeit mit kritischen Augen.

Auf dem rund 10 ha grossen Stoppelfeld herrschten sehr homogene Bodenverhältnisse, was für alle Gespanne faire Bedingungen schaffte.
Roland Müller
Am ersten Wettkampftag setzte sich der Franzose Yves Thievon mit 201,5 Punkten an die Spitze. Dahinter folgten der mehrmalige Europameister Jer Coakley mit 199 Punkten und Beat Sprenger mit 178,5 Punkten. Der zweite Schweizer Luca Storrer landete auf dem 10. Rang.
Detailierte Ranglisten
Am Sonntag wurde auf zwei Feldern gepflügt. Auf beiden Parzellen waren die Bodenverhältnisse gegenüber dem Vortag anspruchsvoller. Entsprechend konnte die Mehrheit der Pflüger nicht mehr ganz an die Leistungen des Vortages anknüpfen. Beat Sprenger, der ähnliche Böden in Wintersingen BL bewirtschaftet, kam mit diesen anspruchsvolleren Verhältnissen besser zurecht und konnte sich gar noch um 14 Punkte steigern.
Bis nach 22 Uhr mussten sich Teilnehmer gedulden, bis die Spitzen vom OK und Europäischen Pflügerverband die detaillierten Ranglisten der beiden Wettkampftage kommunizierten. Dank seinem ersten und zweiten Rang bei den beiden Tageswertungen setzte sich der mehrmalige Europameister (2016, 2017, 2023) Jer Coakley mit insgesamt 397,0 Punkten durch. Yves Thievon folgte mit 390,5 Punkten auf dem zweiten und Beat Sprunger mit 371,0 Punkten auf dem dritten Rang. Wie deutlich dieses Trio den Wettkampf dominierte, zeigt der Abstand zum Viertplatzierten Dan Donnelley aus Irland, der 333,5 Punkte erzielte.

Die abschliessende Rangliste.
Roland Müller
Der noch sehr junge zweite Schweizer und bisher ohne internationale Wettkampferfahrung Luca Storrer aus Rafz ZH wurde 14. Am Sonntag bekundete er mit den anspruchsvolleren Bodenverhältnissen etwas mehr Mühe. Schlussendlich erreichete er den 14. Schlussrang mit 258,0 Punkten.

Die drei Pflüger Beat Sprenger (CH), Europameister Jer Coakley (IR) und Yves Thievon (F) teilten sich dreimal die Podestplätze.
Roland Müller