Operativ wurde das Ergebnis jedoch durch Sonderfaktoren belastet. Der währungs- und akquisitionsbereinigte Nettoumsatz stieg um 4,5 Prozent auf rund 4,9 Milliarden Franken, wie der zur Coop-Gruppe gehörende Fleischverarbeiter und Convenience-Spezialist am Donnerstag mitteilte.
Das höchste Wachstum erreichte der Bereich Hubers/Südtag mit einem organischen Wachstum von 13,0 Prozent. Aber auch der grösste Bereich Bell Schweiz verkaufte 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr und konnte den Angaben zufolge in sämtlichen Absatzkanälen und Warengruppen zulegen. Bell International legte derweil um 1,4 Prozent zu.
Bell Schweiz: Verlagerung zu günstigeren Produkten
Bell Schweiz erreichte ein Absatzvolumen von 137.4 Millionen Kilogramm, das sind 3.9 Mio. kg mehr als im Vorjahr. Bell erzielte damit einen neuen Höchstwert. Im Absatzkanal Retail (Detailhandel) verzeichneten die Warengruppen Frischfleisch und Geflügel die grössten Zunahmen. Im Absatzkanal Food Service haben Charcuterie und Geflügel überdurchschnittlich zugelegt.
Bell spricht von einer zunehmenden Wettbewerbsintensität im Detailhandel. Das führt zu Verschiebungen im Sortiment. «Gegenüber dem Vorjahr konnte Bell Schweiz die Anzahl Produkte im Preiseinstiegssegment steigern», heisst es im Geschäftsbericht. Produkte im günstigen Preisbereich legten zu.
Herausfordernd war für Bell auch die Rohstoffbeschaffung. «Einerseits stieg der Bedarf infolge des Volumenwachstums. Andererseits wurde das Angebot durch den seit Jahren sinkenden Viehbestand sowie die Auswirkungen von Tierseuchen eingeschränkt», schreibt die Coop-Tochter. Die erhöhte Nachfrage in einzelnen Warengruppen wie Geflügel und Rind haben die Angebotsknappheit zusätzlich verschärft. Das führt zu höheren Preisen bei der Beschaffung. «Die höheren Rohmaterialpreise konnten jedoch grösstenteils im Markt realisiert werden», schreibt Bell. Der Nettoerlös von Bell Schweiz stieg auf 2,41 Mrd. Franken. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Marktführerschaft im wichtigsten Kerngeschäft gefestigt.
Ausgewiesener Reingewinn unter Vorjahr
Trotz des Umsatzwachstums fiel das operative Ergebnis unter das Vorjahresniveau. Der EBIT lag bei 118 Millionen Franken nach 167 Millionen im Vorjahr, der Reingewinn sackte auf 70 Millionen ab nach 123,7 Millionen.
Grund dafür ist das umfassende Investitionsprogramm, das Bell zur Optimierung der Produktion umsetzt. Bereinigt um die daraus entstehenden Einmaleffekte zeigt sich jedoch eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Der EBIT stieg um 2,8 Prozent auf 171,5 Millionen Franken, die entsprechende Marge lag unverändert bei 3,5 Prozent. Der Reingewinn lag mit 126,9 Millionen um 2,6 Prozent über dem Vorjahr.
Zu den Bereinigungen gehörten der Gewinn aus dem Verkauf der Eisberg-Gesellschaften in Osteuropa, die dazugehörige Ausbuchung von Währungsreserven sowie die ausserordentlichen Abschreibungen, hiess es hierzu. Für die Aktionäre soll es eine zum Vorjahr unveränderte Dividende von 7,00 Franken je Aktie geben. Bell will zudem die Dividende stabil halten bei einer Ausschüttungsquote von rund 30 Prozent.
Für das laufende Jahr gibt Bell wie üblich keinen detaillierten finanziellen Ausblick. Es sei davon auszugehen, dass die allgemeine Wirtschaftslage und die Konsumentenstimmung 2026 volatil bleiben werden, hiess es. Bell sieht sich dafür aber gut gewappnet.
