
Im Juni und Juli wurden laut Proviande rund 7000 Kühe mehr geschlachtet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Proviande
Die verfügbaren Zahlen bestätigten seit Anfang Juni eine Zunahme der Rinderschlachtungen, die sich vor allem auf Kühe konzentriere, teilte die Branchenorganisation Proviande der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Dabei handle es sich insbesondere um ausgemusterte Tiere aus Milchviehbetrieben.
Ein Drittel mehr als im Vorjahr
Hauptgründe seien die Trockenheit mit ihren Folgen für die Futterversorgung sowie die derzeit schwierige Situation auf dem Milchmarkt. Weitere saisonale oder betriebliche Faktoren könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Ihr jeweiliger Einfluss lasse sich jedoch nicht seriös beziffern. Zudem seien die Zahlen für 2026 noch provisorisch.
Im Juni und Juli wurden laut Proviande rund 7000 Kühe mehr geschlachtet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Anstieg von knapp einem Drittel. Bei den Rindern nahm die Zahl der Schlachtungen um rund 13 Prozent zu. Insgesamt wurden in den beiden Monaten knapp 70'000 Rinder (ohne Kälber) geschlachtet, gegenüber rund 60'700 im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einer Zunahme von 15,3 Prozent.
Preise unter Druck
Wie viele Tiere wegen der Trockenheit oder der Lage auf dem Milchmarkt früher als geplant geschlachtet wurden, lasse sich nicht feststellen. Die Statistik erfasse weder den Grund für die Schlachtung noch Rasse oder Produktionsrichtung der Tiere.
Das grössere Angebot setze vor allem die Produzentenpreise für Kühe unter Druck. Dennoch lägen die an die Landwirte bezahlten Preise weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, erklärte Proviande. Am vergangenen Freitag lag der Preis für Kühe der Kategorie T2/T3 bei 10.30 Fr./kg Schlachtgewicht. Das ist gleichviel wie in der Vorwoche. Die Tiere flossen aber alle ab. Verarbeitungsfleisch ist weiterhin gesucht. «Alle verfügbaren Schlachtkühe werden geschlachtet», schrieb beispielsweise der Schweizer Bauernverband in seinem Marktbericht.
Für Konsumentinnen und Konsumenten dürften sich die höheren Schlachtzahlen vorerst nicht bemerkbar machen. Veränderungen bei den Produzentenpreisen würden sich nicht zwingend direkt oder sofort auf die Verkaufspreise im Detailhandel auswirken, hiess es weiter.
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