
«Die Hauptverantwortung liegt bei jenem Player, der bei den Preissenkungen den Anfang macht», kritisiert der Schweizer Bauernverband. Beim Fleisch und beim Brot war es Aldi.
SBV
Mitte Oktober gab es eine weitere Runde in der «Preisschlacht» im Detailhandel. Aldi senkte die Preise für 500 Gramm Brot auf 99 Rappen.
«Preisversprechen einhalten»
«Brot ist ein Grundnahrungsmittel, das täglich auf den Tisch kommt, und günstigere Preise wirken sich direkt auf das Haushaltsbudget aus», hielt das Unternehmen in einer Mitteilung fest. Finanziert werde die Preissenkung durch die «ohnehin schon schlanken Strukturen und Prozesse», so Aldi weiter.
Den Schritt des Discounters liessen Coop und Migros nicht auf sich sitzen. Sie senkten ebenfalls die Preise. «Mit dieser Anpassung setzen wir unser Tiefpreisversprechen konsequent um», sagte die Migros gegenüber «SRF». Das Pfünderli kostet seither 1 Franken. Nur wenige Tage später passten auch Lidl und Denner die Preise nach unten an. Aldi setzte noch einen drauf und verkauft eine Flasche Walliser Wein für unter drei Franken .
Bereits im September 2024 preschte Aldi vor. Damals teilte der Discounter mit, Frischfleisch dauerhaft um bis zu 36 Prozent vergünstigen. Die Preise wurden bei Rind-, Geflügel-, Schwein- und Lammfleisch gesenkt. Die Reduktion begründete das Unternehmen damit, dass Schweizer Familien mit knappem Portemonnaie zukünftig nicht mehr auf Frischfleisch verzichten müssten. Denn die Philosophie der Firma sei, Produkte zu Top-Qualität für alle erschwinglich zu machen. Die anderen Detailhändler senkten in der Folge ebenfalls die Fleischpreise.
SBV befürchtet Preisdruck
Der Schweizer Bauernverband (SBV) zeigt sich alarmiert. Es sei vor allem Aldi, der sich zuerst mit Billigstangeboten profiliert habe. «Die übrigen Detailhändler ziehen dann nach», schreibt der SBV am Freitag in einer Mitteilung. Zwar halten Aldi, Lidl, Coop und Migros fest, dass sie die Preissenkungen selbst finanzieren und keinen Druck auf die Produzentenpreise ausüben werden.
Doch der Bauernverband traut diesen Beteuerungen nicht. «Die Gefahr ist gross, dass bei der nächsten Ausschreibung die Grossverteiler die Erwartung an ihre Lieferanten haben, ihnen preislich entgegenzukommen», schreibt er. Um den Zuschlag zu erhalten, müssten die Händler tiefere Preise offerieren. «Es ist zu befürchten, dass früher oder später der Druck auch bei den Bauernbetrieben landet», kritisiert der SBV. Er fordert die Detailhändler auf, diesen Abwärtstrend zu stoppen. «Schluss mit Preisdumping», hält der SBV fest.
Verband erwartet Bekenntnis des Handels
Der Preiskampf schadet laut Verband der ganzen Wertschöpfungskette und insbesondere auch der Nachhaltigkeit. Der SBV argumentiert mit den Ausgaben für die Ernährung. In keinem anderen Land müsse so wenig vom Einkommen für Lebensmittel ausgegeben werden wie in der Schweiz. Gemäss den neuesten Zahlen des Bundes machen die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 6,2 Prozent aus. Aktuell sei mehr Wertschätzung für das Essen und Rücksicht auf die Produzentenpreise nötig.
Die Preissenkungen des Detailhandels erachtet der SBV deshalb als «völlig verantwortungslos». Hauptschuldiger sei jener, der jeweils den Anfang mache. Ein Seitenhieb an Aldi. Der Bauernverband fordert von Aldi, Lidl, Coop, Migros und Denner ein «klares Bekenntnis zu besseren, kostendeckenden Produzentenpreisen». Diese müssten einerseits die zunehmenden Risiken abdecken und andererseits die gestiegenen Leistungen beim Umwelt-, Klima- oder Tierschutz entschädigen. «Die Einkommen sind mit durchschnittlich 17 Franken pro Stunde zu tief, um die nötigen Investitionen zu tätigen», stellt der Verband klar.
«Es ist eine Schande»
Der Preisdruck im Detailhandel macht auch den Müllerinnen und Müllern grosse Sorgen. An der Delegiertenversammlung des Dachverbands Schweizerischer Müller (DSM) vom Freitag fielen deutliche Worte. Bis vor wenigen Wochen habe das Pfünderli bei den grossen Detailhändlern noch einen Franken fünfzig gekostet, heute sei es ihnen nicht einmal mehr einen Franken wert.
«Das ist eine Schande. Eine Schande, weil wir alle wissen, dass der reelle Preis für ein handgemachtes Pfünderli bei vier Franken liegt. Eine Schande aber insbesondere auch deshalb, weil der Preis von 99 Rappen dem Brot jede Würde nimmt», kritisierte DSM-Präsident Thomas Helbling die grossen Detailhändler.
Einfach nach DE schauen und realisieren was passiert seit Aldi und Lidl passiert ist. Landwirt verdienen kein Geld mehr. Die Schlachten werden wie bisher auf den Schultern der Bauern ausgetragen. Auf swissness und Regionalität setzen und direkt beim Landwirt einkaufen, sofern es geht.
Dass mit dieser alten, kopflosen Forderung des SBV der Druck auf die Produzentenpreise zunimmt, war schon immer klar - mindestens Leuten mit etwas ökonomischem Sachverstand, nicht aber dem SBV.
Man kann den Pelz nicht waschen, ohne dass er nass wird......
Situationen nichts. Der zugelassene Expansionskurs der Detailhändler im Foodbereich, wird in Kürze noch extremer fortgesetzt. Die ganzen Foodwast Problematiken und die Preisspirale nach unten, sodass keiner mehr Geld verdient in der Wertschöpfungskette, nehmen zu.
Wir setzen weiterhin auf SGA und hoffen dass die Konsumenten wieder mehr Wert auf eine Verantwortungsvolle und überlegte Schweiz legen.