
Der Mais hat unter Hitze und Trockenheit gelitten.
Monika Gerlach
Die Ernteerwartungen fielen bei den Herbstkulturen sehr enttäuschend aus, mit grossen Unterschieden selbst innerhalb einzelner Regionen, erklärte der Kammerpräsident in Wien. Bisherige Schätzungen bestätigten, dass die Landwirtschaft von einer Trockenheit bisher ungeahnten Ausmasses getroffen und geschädigt worden sei.
Mais: Verlust von bis 50 Prozent
Laut Moosbrugger wird beim Mais nur eine Erntemenge von 1,5 Mio. Tonnen erwartet, nach mehr als 2,5 Mio. Tonnen im Vorjahr. Gerechnet werde je nach Region mit Ertragsverlusten von etwa 35% bis 50%. Als Folge der Dürre seien bereits einige zur Körnerernte vorgesehene Flächen für die Rinderfütterung siliert worden.
Für die Zuckerrübe sei es in allen Regionen zu trocken gewesen, vor allem im Osten des Landes, erläuterte Moosbrugger. In den besseren Lagen sei mit Ertragseinbussen von 30% zu rechnen, in Trockengebieten seien es sogar bis zu 70%. Daher werde die Erntemenge voraussichtlich von 1,98 Mio. auf rund 940’500 Tonnen sinken.
Hilfsmassnahmen überlebensnotwendig
Bei Soja erwartet die Landwirtschaftskammer Einbussen von etwa 50%. Während 2025 noch eine Menge von knapp 246’000 Tonnen eingebracht worden sei, dürften es in diesem Jahr nur rund 125’000 Tonnen sein. Viel zu trocken sei es auch für die Sonnenblume gewesen. Die geschätzte Ernteerwartung liege nun im Vorjahresvergleich bei minus 35% bis 50%.
«Die Ertragseinbussen zeigen, wie überlebensnotwendig das Dürrepaket und die anderen gesetzten Massnahmen waren und sind», betonte Moosbrugger. Aktives Handeln - in Politik genauso wie auf den Höfen selbst - sei wichtig; andernfalls sei eine sichere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln gefährdet. «Auch wäre es fahrlässig, sich in weltpolitisch herausfordernden Zeiten auf andere Länder zu verlassen, denn wenn es hart auf hart kommt, wird jeder Staat zuerst auf die eigene Bevölkerung schauen», gab der Kammerpräsident zu bedenken.