Aryzta hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 den Umsatz um knapp 14 Prozent auf 2,39 Mrd. Euro (2,85 Mrd. Fr.) gesteigert. Auch beim Gewinn legte der Konzern um fast 7 Prozent auf 144,5 Mio. Euro zu. Das Wachstum war allerdings vor allem akquisitions- und währungsbedingt.
Das operative Ergebnis (EBITA) des Tiefkühlbackwarenherstellers stieg um knapp 16 Prozent auf 229,0 Mio. Euro an. Vom wichtigsten Bereich Food wurden davon allein 224,8 Mio. Euro erwirtschaftet, wie Aryzta am Montag mitteilte.
Beim Umsatz legte der schweizerisch-irische Konzern im Bereich Food um 17 Prozent auf 1,86 Mrd. Euro (2,2 Mrd. Fr.) zu. Der Grossteil des Wachstums war allerdings auf Akquisitionen zurückzuführen (+14,1 Prozent), das organische Wachstum war mit -0,9 Prozent negativ. Positiv wirkten sich auch die Wechselkurse aus (+4,0 Prozent).
Optimierung der Kapazitäten
Auf die beiden Quartale verteilt, ergibt sich organisch ein Plus von 0,5 Prozent im ersten und ein Minus von 2,4 Prozent im zweiten Quartal. Der organische Rückgang reflektiere die Auswirkungen der weitergeführten Strategie zur Optimierung der Kapazitäten, heisst es in der Medienmitteilung.
Wie bereits früher kommuniziert, soll dadurch freie Kapazität für grössere Kunden geschaffen werden, ohne dass höhere Investitionen nötig wären. Diesen Effekt wird es laut Unternehmensmitteilung auch im zweiten Halbjahr geben, allerdings zu einer abnehmenden Rate.
Nordamerika als Wachstumstreiber
Wachstumstreiber im Food-Bereich war im ersten Halbjahr der nordamerikanische Markt mit einem Umsatzplus von über 30 Prozent. Der Konzern wuchs hier aufgrund von Akquisitionen stark, organisch war allerdings aufgrund von Kapazitätsanpassungen ein Rückgang von 5,8 Prozent zu verzeichnen.
In Europa hat Aryzta nach eigenen Angaben beim Umsatz mit einem Plus von 2,4 Prozent das europäische Wirtschaftswachstum im Berichtshalbjahr übertroffen. Im Rest der Welt, einem Bereich, der lediglich gut 115 Mio. Euro generiert, ist das organische Wachstum von gut 7 Prozent vor allem auf eine Erhöhung des Produktionsvolumens zurückzuführen.
Zugekauftes Wachstum
Aryzta hat laut Mitteilung im Januar ausserdem 50 Prozent an der Signature Flatbread UK übernommen, wobei die Transaktion formell in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden soll. Das eigene Geschäft mit Flachbroten wird dabei ausgelagert an ein 50/50 Joint Venture. Das wird laut Mitteilung zu einer Umsatzeinbusse von 6 Prozent beziehungsweise rund 100 Mio. Euro führen.
Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun ein Gewinnwachstum je Aktie zwischen 7 und 12 Prozent. An der Telefonkonferenz erklärte Konzernchef Owen Kilian, ein organisches Wachstum von 2 bis 4 Prozent sollte möglich sein. Der Markt, in dem sich Aryzta bewege, dürfte jährlich etwa um 2 Prozent wachsen.
Börse unzufrieden
Analysten äusserten sich enttäuscht darüber, dass Aryzta trotz der günstigen Währungsentwicklung - die Firma rechnet in Euro - die Erwartungen gesenkt hat. Das schlechter als erwartete Ergebnis und die zurückgenommene Gewinnwachstumsprognose schickten die Aktie auf Talfahrt.
Die Titel büssten am Montag in einem leicht festeren Markt zwischenzeitlich über 10 Prozent ein. Nach dem Absturz zu Handelsbeginn erholte sich die Aktie im Verlauf des Morgens etwas. Nach 11 Uhr lag sie noch um 9 Prozent im Minus bei einem leicht festeren Gesamtmarkt.