Aus: Spitzenpreise für Biogetreide

In Australien ist Getreide aus biologischer Produktion zur Mangelware geworden und wird zu Rekordpreisen gehandelt. Nach Angaben des Fernseh- und Radiosenders ABC liessen sich zuletzt für zertifizierten Bioweizen Spitzenpreise von 900 AUD/t (610 Fr.) erzielen. Mahlweizen aus den Biobetrieben erlöste im Durchschnitt rund 750 AUD/t (508 Fr.).

In Australien ist Getreide aus biologischer Produktion zur Mangelware geworden und wird zu Rekordpreisen gehandelt. Nach Angaben des Fernseh- und Radiosenders ABC liessen sich zuletzt für zertifizierten Bioweizen Spitzenpreise von 900 AUD/t (610 Fr.) erzielen. Mahlweizen aus den Biobetrieben erlöste im Durchschnitt rund 750 AUD/t (508 Fr.).

Marktbeteiligten zufolge ist gegenwärtig die Nachfrage dreimal so hoch wie das knappe Angebot. Die Direktorin des landesweit grössten Biofuttermittelherstellers Country Heritage Feeds, Katrina Hobbs, berichtete, dass sie aufgrund des geringen Rohstoffeingangs jeden Tag darum bange, die Produktion aufrecht erhalten zu können. An eine Expansion des Geschäftes sei schon seit längerem nicht mehr zu denken.

Sie warnte angesichts des Engpasses und der hohen Preise auch vor den negativen Auswirkungen für die nachgelagerten biologisch wirtschaftenden Veredlungsbetriebe, denn diese könnten sich das teure Futter, wenn es denn zur Verfügung stehe, kaum noch leisten. Laut dem Direktor des Biogetreidehändlers Primal FoodGroup, Peter Longhurst, sind viele Biorinderhalter bereits als Kunden ausgefallen, weil sie ihre Tiere nicht mehr mit dem teuren Ökogetreide füttern wollen.

Verantwortlich für die knappe Angebotslage ist laut Experten vor allem der Ausstieg vieler Produzenten aus der Biogetreideproduktion in den vergangenen Jahren. Neben schwierigen Produktionsbedingungen mit Überflutungen und Trockenperioden habe auch wesentlich das Fehlen eines Hofnachfolgers bei den älteren Farmern zur Aufgabe von Biogetreidebetrieben geführt.

Allerdings scheinen nun die hohen Preise eine Gegenbewegung auszulösen. Nach Angaben des Geschäftsführers der Australischen Zertifizierungsstelle für Bioproduzenten, Ben Copeman, ist dieses Jahr landesweit mit gut 1'100 Umstellungsanträgen zu rechnen. Viele davon seien von Getreidebauern gestellt worden.

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