Im Schweizer Biermarkt braut sich was zusammen

Die Brauerei Chopfab Boxer aus Winterthur ist in Finanznot geraten. Mit einer Kapitalspritze einspringen will jetzt die Appenzeller Brauerei Locher. Diese fordert zuvor jedoch einen Schuldenschnitt, also dass Gläubiger der Brauerei Chopfab Boxer auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

sda |

«Dabei geht es für uns nicht darum, dass wir dann die Beteiligung zum Schnäppchenpreis haben können», sagte der Geschäftsführer der Brauerei Locher, Aurèle Meyer, in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Keine Fusion angestrebt

«Es gibt noch genügend Altlasten, die viel Geld kosten werden, und die Firma muss auch wieder zukunftsfähig gemacht werden. Wenn der Schuldenschnitt gelingt, sind wir bereit, die Firma gemeinsam mit anderen Aktionären zu sanieren.» Die «Tragweite der finanziellen Probleme» habe überrascht, so Meyer weiter. Die Situation sei nach wie vor schwierig. «Es laufen noch wichtige Verhandlungen mit unklarem Ausgang. Ende nächster Woche wissen wir mehr.»

Eine Fusion mit Chopfab Boxer strebe die Brauerei Locher, die etwa «Quöllfrisch» braut, nicht an, sagte Meyer. Eine allfällige Beteiligung bei den Winterthurern sei auch kein Zeichen für Expansionsgelüste der Appenzeller. «Wir können auch gut ohne Expansion profitabel weiterleben. Aber dieser Wunsch wurde an uns herangetragen, deshalb schauen wir ihn an.»

Nummer 3 und 6

Letzte Woche hatten Medien über die finanzielle Schieflage bei Chopfab Boxer berichtet. Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP zeigten sich die Winterthurer anschliessend zuversichtlich, bald die Sanierung zu schaffen. «Wir sind bereits seit knapp drei Monaten mit der Brauerei Locher im Gespräch und erwarten in den nächsten zwei bis drei Wochen einen Abschluss der Gespräche nach den Verhandlungen mit den Gläubigern», erklärte die Geschäftsleitung.

Klappt die Sanierung würde Chopfab Boxer als sechstgrösste Brauerei mit der Nummer drei der Schweiz zusammenspannen. Damit könnten beide gemeinsam laut Schätzung der «Handelszeitung» zum zweitgrössten Anbieter in der Schweiz, Heineken mit den Marken Calanda oder Eichhof, aufschliessen oder diese sogar überholen.

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