Am neuen Standort sollen Schweinehälften verarbeitet werden. Das Grundstück bietet auch Platz für einen neuen Schlachthof.
Vergangenen Samstag sagte der Bell-Chef Lorenz Wyss im Interview mit dem «Schweizer Bauer»: «Wir stehen kurz vor Abschluss einer alternativen Lösung.» Diese ist nun da. In unmittelbarer Nähe zum dem bereits bestehenden Frischfleischzentrum für Grossvieh und Kälber in Oensingen SO soll der neue Schweinefleisch-Veredelungsbetrieb zu stehen kommen.Eröffnung 2015 oder 2016
Das von Bell erworbene Landstück Holinden misst rund 6,5 Hektaren. Wie Bell am Dienstag mitteilte, sei die Umzonung der Parzelle in Industriezone bereits erfolgt. «Der Standort Oensingen liegt verkehrstechnisch optimal. Dank der Nähe zum benachbarten Frischfleischbetrieb besteht die Möglichkeit zur Synergienutzung», heisst es im Communiqué des Basler Fleischverarbeiters. Über die Höhe des Kaufpreises für das Grundstück wurde Stillschweigen vereinbart.
Der Neubau soll den bestehenden Betrieb in Basel ablösen. «Dessen Nutzungsdauer ist absehbar», heisst es weiter. In Oensingen werden künftig Schweinehälften auf Bestellung und Schnittvorgaben zu «Grillspezialitäten», pfannenfertigen Produkten oder Frischfleisch-Convenience verarbeitet und distribuiert. Bell rechnet nicht mit zusätzlichen Geruchsemissionen oder Lärm. Dies hätten Erfahrungswerte des seit 1971 in Oensingen beheimateten Schlacht- und Zerlegebetriebs gezeigt.
Platz für Schlachthof
Die Planungsarbeiten sollen nun zügig vonstatten gehen. Die Eröffnung des neuen Produktionsbetriebs ist 2015 oder 2016 vorgesehen. Im Interview mit dem «Schweizer Bauer» von vergangenem Samstag liess Bell-Chef Lorenz Wyss auch verlauten, dass das neue Projekt so konzipiert sei, dass eine Zerlegerei und ein Schlachthof gebaut werden könnten.
Ein Bau eines Schweineschlachthofs sei aber einerseits von einem Agrarfreihandelsabkommen mit der EU abhängig. «Andererseits müssen wir zuerst analysieren, ob wir in der Schweiz ein solches Projekt selber stemmen oder ob es allenfalls zu einer Branchenlösung kommt», machte Wyss deutlich. Als Partner erwähnte er die Micarna und einen Dritten, bei welchem es sich um die Ernst Sutter AG, ein Tochterunternehmen der Fenaco, handeln dürfte.
Niederbipp sagte Nein
Ursprünglich war der Betrieb in Niederbipp BE geplant, nur wenige Hundert Meter entfernt vom nun präsentierten Projekt. Die Bürger der Oberaargauer Gemeinde wollten aber von den Plänen des grössten Schweizer Fleischverarbeiters nichts wissen. Ende Juni 2011 lehnten sie eine Umzonung der Stockmatte mit 173 Nein- zu 127 Ja-Stimmen ab. Bell wollte rund 100 Millionen Franken in ein Zentrum für Schweinefleischverarbeitung investieren. Bereits damals sagte Davide Elia gegenüber der «Berner Zeitung», dass Oensingen als Alternativstandort infrage kommen könnte.