Die Schweizer Berufsfischverbände schaffen mit der Marke «Schweizer Wildfisch» nach eigenen Angaben erstmals ein einheitliches Gütesiegel für die lokale Fischerei. Es soll ermöglichen, heimischen Wildfisch von Importprodukten oder Fischen aus Aquakulturen zu unterscheiden.
Mit Lizenz gefangen
Das Label ist von der 2020 gegründeten «Plattform Seenfischerei» in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Berufsfischerverband (SBFV) und dem Westschweizer Berufsfischerverband (ASRPP) entwickelt worden. Das Label garantiert, dass der Fisch «aus einem Schweizer See stammt und von einem Berufsfischer mit einer Lizenz gefangen wurde», schreiben die Beteiligten. Auch die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen sei gewährleistet.

Schweizer Wildfisch ist limitiert, frisch, handwerklich gefangen und direkt aus hiesigen Seen. Erkennbar sind die Fische an der Marke Schweizer Wildfisch.
SBFV
Neben dem lokalen Charakter, der Frische und Tradition des Fischereiberufs sichern soll, ist es das Ziel, die Artenvielfalt der Fische in den Schweizer Seen zu erhalten.
Nicht in den Supermärkten
Das Label werde vorerst nicht in Supermärkten zu finden sein, erklärte Jean-Philippe Arm, Präsident der ASRPP, der Nachrichtenagentur sda. Der Verwaltungsaufwand, insbesondere durch Kontrollen, wäre für die Fischer zu gross.
Für das steht die Marke
Gemäss dem Verband steht die Markte für folgende Punkte:
Transparenz: Jeder Fisch ist bis zum See rückverfolgbar, aus dem er stammt.
Tierschutzgerechten Fang: Schonend und respektvoll.
Frische und Qualität: Strenge Lebensmittelkontrollen und schnelle Verarbeitung.
Nachhaltigkeit: Fang ausschliesslich nach geltendem Fischereigesetz.
Das Ziel der neuen Bezeichnung sei es in erster Linie, den Konsumentinnen und Konsumenten zu zeigen, dass Wildfisch ein hochwertiges Schweizer Produkt aus der Region sei. Man hoffe, dass diese bereit seien, auch den entsprechenden Preis dafür zu bezahlen und nicht auf importierten Fisch zurückgreifen würden. Denn Schweizer Wildfisch sei imitiert, frisch, handwerklich gefangen und direkt aus hiesigen Seen.
Laut Arm macht der lokale Wildfisch nur zwischen ein und drei Prozent des Marktes aus, der Rest stamme aus dem Import. Vermarktet werden unter anderem Barsch, Hecht, Forelle, Bondelle, Vengeron (Rotauge), Karpfen, Schleie oder Wels.
