Coop führt Schokoladen-Ranking an

Die Detailhändlerin Coop und deren Schokoladen-Tochter Halba haben im internationalen Nachhaltigkeitsranking «Chocolate Scorecard» die Spitzenplätze erreicht. Halba belegte in der Kategorie der grossen Schokoladenhersteller den ersten Rang, während Coop als beste Detailhändlerin ausgezeichnet wurde.

Das jährlich von der Nichtregierungsorganisation Be Slavery Free veröffentlichte Ranking bewertet Schokoladen- und Kakaounternehmen unter anderem nach Rückverfolgbarkeit, Entwaldungsschutz, existenzsichernden Einkommen und Pestizideinsatz. Von 80 eingeladenen Unternehmen nahmen laut Mitteilung vom Donnerstag 49 an der diesjährigen Ausgabe teil.

Halba habe als einziges grosser Schokoladenhersteller in sämtlichen Bewertungsbereichen Bestnoten erhalten, hiess es. Insgesamt kommt die Coop-Tochter auf eine Bewertung von 85 Prozent, vor Tony’s Chocolonely (83%) und Ritter Sport (71%).

Nestlé im Mittelfeld

Der Schweizer Lebensmittelmulti Nestlé (58%), die Migros-Tochter Delica (56%) Lindt & Sprüngli (49%) und Barry Callebaut (46%) liegen im Mittelfeld. Kritik üben die Studienautoren an Unternehmen wie Mondelez International und Starbucks aus, da diese keine Informationen für die Scorecard geliefert haben. Sie wurden deshalb in die schlechteste Kategorie eingeteilt.

Bei den Detailhändlern kommt Coop auf eine Bewertung von 75 Prozent. Die Migros gehört mit 59 Prozent zu den besser bewerteten Detailhändlern und liegt etwa vor Edeka (53%), Aldi Süd (45%) und Carrefour (28%). Bekannte internationale Branchengrössen wie Auchan, Casino, Costco, Lidl und Target haben keine Informationen geliefert.

Weiterhin grossen Handlungsbedarf

Der WWF Schweiz, der sich an der Scorecard beteiligt, sieht in der Branche weiterhin grossen Handlungsbedarf. Im Durchschnitt seien nur 71 Prozent des von den bewerteten Unternehmen bezogenen Kakaos durch Entwaldungsschutz-Systeme abgedeckt, kommentiert die Umweltschutzorganisation. Fast ein Drittel bleibe damit ohne Überwachung.

Besonders problematisch sei, dass sich der Druck auf neue Anbaugebiete verlagere. Regionen wie Liberia oder das Kongobecken seien zunehmend betroffen. Nicht rückverfolgbarer Kakao stamme mit höherer Wahrscheinlichkeit aus solchen Hochrisikogebieten mit schwachen Kontrollsystemen.

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