Bei der Handelskette Coopérative U musste nur eine Minderheit der 80 betroffenen Filialen Lebensmittel entsorgen. In einzelnen Geschäften könnten die Verluste allerdings bis zu 200'000 Euro (186’400 Franken) betragen.
In der Nacht auf Montag hatten Hacker die Steuerung der Kühlanlagen zahlreicher Supermärkte übernommen. Betroffen waren neben Coopérative U auch rund 300 Filialen von Intermarché und Netto, mehrere Geschäfte von E.Leclerc sowie 80 Carrefour-Supermärkte und rund 30 Monoprix-Filialen.
Bei Coopérative U seien lediglich 80 der insgesamt 2000 Geschäfte betroffen gewesen, sagte Konzernchef Dominique Schelcher am Dienstag dem Sender RTL. Die grosse Mehrheit habe den Angriff dank des raschen Eingreifens der Verantwortlichen, Mitarbeiter und Kältetechniker abwehren können. Nur in wenigen Filialen sei die Kühlkette unterbrochen worden.
In kleineren Geschäften könnten die Verluste einige Zehntausend Euro erreichen, in grossen Supermärkten bis zu 180'000 (167’700 Franken) oder 200'000 Euro, sagte Schelcher. Eine Gesamtschadenssumme liege noch nicht vor.
Veraltete Modelle ohne Sicherheitsupdates
Im Visier der Hacker standen Steuerungssysteme des dänischen Herstellers Danfoss. Nach Angaben des Unternehmens handelte es sich bei den meisten betroffenen Geräten um ältere Modelle, für die keine Sicherheitsupdates mehr bereitgestellt werden. Danfoss habe seine Kunden seit Langem aufgefordert, veraltete Systeme zu ersetzen.
Bereits in den vergangenen Monaten hatte der Hersteller auf mehrere schwerwiegende Sicherheitslücken in seiner Software hingewiesen. Ob die zuständigen Kältetechnikfirmen die Supermärkte darüber informiert hätten, müsse nun untersucht werden, sagte Schelcher.
Der Konzernchef bezeichnete den beispiellosen Cyberangriff trotz der begrenzten Schäden bei Coopérative U als äusserst schwerwiegend. Die Branche werde daraus Lehren ziehen müssen.
