Dachte Proviande-Verwaltungsrat nicht an Futtermangel?

Derzeit kommen viele Schlachtkühe auf den Markt. Trotzdem bewilligte der Verwaltungsrat der Branchenorganisation Proviande den Import von 1300 Tonnen Rindfleisch. Das drückt auf die Nachfrage. Und möglicherweise auf den Preis.

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In diesen Tagen werden viele Tiere eingestallt. Aus diesem saisonalen Grund gelangen mehr Kühe auf den Markt. Der Futtermangel aufgrund verstärkt den Effekt. Im Sommer fiel die Ernte vielerorts massiv tiefer aus. Zudem gab es auch beim Herbstfutter Einbussen. Zahlreiche Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter müssen sich von Tieren trennen.

Deutlich mehr Kühe geschlachtet im Oktober

Das höhere Angebot zeigt sich in der Statistik der Proviande. Die Anzahl geschlachteter Kühe liegt seit Kalenderwoche 38 (Mitte September) über dem Wert der Vorjahresperiode. Das Plus fällt wie folgt aus: In der Woche 38 wurden 86 Kühe mehr geschlachtet, in der Woche 39 411 Tiere, in der Woche 40 356 Tiere, in der Woche 41 450 Tiere, in der Woche 42 441 Tiere, in der Woche 43 577 Tiere und in der Woche 44 162 Tiere. Im Oktober wurden insgesamt 17'639 Kühe in den Schlachthof geführt, 10 Prozent oder 1616 Tiere mehr als im Vorjahresmonat.

Die höheren Auffuhrzahlen zeigen sich auch in den Jahreszahlen. Insgesamt wurden bis Ende Oktober 141'355 Kühe in die Schlachthöfe geführt. Das sind 15,4 Prozent oder 19'000 Tiere mehr als im Vorjahr. Und das höhere Angebot dürfte sich fortsetzen. Auf den öffentlichen Schlachtviehmärkten wurden diese Woche 1201 Kühe angemeldet .

Die Übersteigerungen fielen im Vergleich zu anderen Wochen tiefer aus. Am Schlachtviehmarkt in Rothenthurm SZ waren es 8 bis 9 Rappen pro Kilo Lebendgewicht (LG), in Wattwil SG waren es 15 Rappen. Zum Vergleich: Am 19. Oktober lagen die Übersteigerungen in Rothenthurm bei 60 Rappen pro Kilo LG, am 5. Oktober zwischen 27 und 46 Rappen.

Preisdruck?

Landwirtinnen und Landwirte befürchten, dass die Übersteigerungen noch tiefer ausfallen werden. Für kommende Woche sind sogar 1334 Kühe angemeldet. Für Landwirtinnen und Landwirte ist zudem unverständlich, dass der Verwaltungsrat der Proviande trotz der bereits hohen Schlachtzahlen, den sich anbahnenden Einstallungen und dem Futtermangel am 16. Oktober den Import von 1300 Tonnen Rindfleisch in Form von ganzen oder halben Schlachtkörpern von Verarbeitungskühen beantragte. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat die Anträge freigegeben.

Zwar liegt der Richtpreis bei den Kühen der Kategorie T2/T3 seit September 2026 bei 10,20 Franken pro Kilo Schlachtgewicht (SG). Gemäss Statistik der Proviande wurde dieser Preis in den vergangenen Wochen noch realisiert . Die Bauern befürchten nun aber, dass dieser Preis unter Druck kommen wird. So haben Branchenkenner in der Telefonkonferenz von vergangenem Freitag von einer gedämpften Nachfrage gesprochen. Wer seine Kühe nicht dringend zur Schlachtung bringen müsse, solle sich noch etwas gedulden. So könne unnötiger Druck auf den Preis vermieden werden.

Doch die Staffelung ist für viele Landwirtinnen und Landwirte ein Problem. Die Weidesaison geht zu Ende. Aufgrund fehlender Stallplätze müssen die Tiere nun in den Schlachthof geliefert werden.

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