Detailhandel wächst im Halbjahr – Frischprodukte legen zu

Der Schweizer Detailhandel hat im ersten Semester 2026 mehr umgesetzt. Der Umsatz stieg nominal um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Marktforschungsunternehmen NielsenIQ (NIQ) am Mittwoch mitteilte.

awp |

Zur positiven Entwicklung trugen beide Hauptsegmente bei: Der Bereich Food/Nearfood legte um 2,5 Prozent zu, während der Nonfood-Sektor mit 2,7 Prozent leicht stärker wuchs. Ein wesentlicher Wachstumstreiber blieb insgesamt der Onlinehandel mit einem Plus von rund 11 Prozent bis Ende Juni.

Lebensmittel: Sinkende Preise

Im Bereich Food entwickelte sich die Kategorie Nahrungsmittel leicht negativ, da sinkende Preise den leichten Mengenzuwachs nicht ausgleichen konnten. Umsatzmässig stark gewachsen seien aber besonders Tiefkühlprodukte, gefragt waren auch Süsswaren und Snacks.

Die Frischprodukte verzeichneten ein solides Umsatzwachstum. «Besonders Gemüse, Metzgereiprodukte und Milchprodukte konnten zulegen, wobei das Wachstum vor allem durch höhere Absatzmengen getragen wurde», schreibt NielsenIQ. Auch Eier und Früchte leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Bereichs. Innerhalb der Metzgerei zeigten insbesondere Geflügel und Fleisch eine starke Dynamik. Einzig die Kategorie Bäckerei entwickelte sich leicht rückläufig.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber im Food-Bereich waren nach Darstellung von Nielsen alkoholfreie Getränke. Gefragt waren vor allem Mineralwasser und Süssgetränke. Alkoholische Getränke lagen hingegen unter dem Vorjahresniveau, wobei insbesondere die Kategorie Wein eine schwache Entwicklung zeigte.

Freizeitartikel treiben Nonfood

Im Nonfood-Bereich trieben insbesondere Freizeitartikel die Umsätze in die Höhe. Gefragt waren Spielwaren, Sammelalben zur Fussball-WM oder Fitnessartikel. E-Bikes hingegen entwickelten sich weiter rückläufig. Ein deutliches Wachstum verzeichneten auch Heimelektronik und DIY. Gut verkauft wurden etwa Klimaanlagen und Ventilatoren, aber auch Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Im Sektor Heimelektronik trafen insbesondere Staubsauger auf eine hohe Nachfrage.

Der Bereich Fashion hingegen stagnierte. Immerhin: Bade- und Strandbekleidung, sommerliche Schuhe sowie Fussballbekleidung profitierten von den sommerlichen Temperaturen und der Fussball-WM.

Die offiziellen Detailhandelszahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) werden nur auf Monatsbasis berechnet. Die einzelnen Raten lagen zwischen -0,5 und +2,1 Prozent und damit erheblich tiefer. Während NielsenIQ vor allem die grossen Detailhändler berücksichtigt, sind in den BFS-Zahlen auch die Umsätze kleinerer Detailhändler enthalten.

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