Die beliebtesten Äpfel der Schweiz

Am 13. September 2024 feiert die Schweiz den Tag des Apfels – die Lieblingsfrucht der Schweizer Bevölkerung. Über 1’000 Apfelsorten gibt es in der Schweiz und manche sind bereits mehrere hundert Jahre alt, andere erst ein paar Jahrzehnte.

Renate Hodel, lid |

Der Apfel ist mit einer Fläche von knapp 3’700 Hektaren die meistangebaute Frucht in der Schweiz. Er ist ausserdem die beliebteste Frucht der Schweizerinnen und Schweizer. Rund 16 Kilogramm pro Kopf essen sie jährlich.

Was wäre die Schweiz ohne Äpfel? Unserem Gründungsmythos fehlte die Dramatik, unserer Landschaft die Schönheit und unserem Alltag der schmackhafte Biss in die gesunde Frucht.

Schweizer Obstverband

Der Schweizer Obstverband erwartet dieses Jahr eine Apfelernte von fast 103’600 Tonnen und damit eine leicht bessere Ernte als letztes Jahr. Obwohl der nasse Frühling die Produzentinnen und Produzenten forderte und der Schutz der Apfelkulturen so deutlich mehr Zeit und Aufwand in Anspruch nahmen, seien die Apfelbäume dank der guten Pflege nun gut behangen und die Früchte sähen vielversprechend aus, so der Obstverband. Die Ernte ist zurzeit auf ihrem Höhepunkt und dauert noch bis Ende Oktober.

«For members only»

Clubsorten sind Apfelsorten, die markenrechtlich geschützt sind. Nur Clubmitglieder können die Bäume pflanzen und die Apfelsorte verkaufen. Sie müssen sich dabei an gewisse Spielregeln halten: Der Club legt fest, wie viel Äpfel produziert werden und wie gross und wie süss die Äpfel sein müssen.

Alte Apfelsorten, die in Vergessenheit gerieten

Sie heissen Eierlederapfel, Schweizer Orangenapfel, Berner Rose oder Goldparmäne – und unter anderem Pro Specie Rara bemüht sich darum, dass diese traditionellen und seltenen Sorten wieder in den Ladenregalen zu finden sind. Zusammen mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und Detailhändlerin Coop wurde vor ein paar Jahren ein Projekt lanciert, mit denen der Anbau dieser alten Sorten gefördert werden soll.

Das Projekt habe sich in den letzten Jahren von der Produktionsmenge her auf einem Niveau stabilisiert, welches der Marktnachfrage entspreche, erklärt Gertrud Burger von Pro Specie Rara. So fänden die alten Apfelsorten bei den Konsumentinnen und Konsumenten duchaus Anklang und so biete Coop in den letzten Jahren je nach Ernte etwa 10 Pro-Specie-Rara-Apfelsorten in der gesamten Schweiz ab Herbst bis in den Frühsommer an.

Die Äpfel werden entweder in einem sogenannten Foodtainer verpackt oder punktuell im Pro-Specie-Rara Öpfeltäschli angeboten, das sich grosser Beliebtheit erfreut. «Coop setzt auf die beliebtesten und hinsichtlich Resistenz sowie Lagerfähigkeit geeignetsten Sorten», sagt Mediensprecher Kevin Blättler. «Das Angebot ist bei den beiden alten Sorten ‹Sauergrauech› und ‹Glockenapfel›, ein bis in den Frühsommer haltbarer Apfel, jeweils am grössten», ergänzt Gertrud Burger von Pro Specie Rara.

Hitparade der Apfelsorten

  • 1. Gala: Die Sorte Gala ist die klare Nummer eins unter den Schweizer Äpfeln. Der Apfel stammt aus Neuseeland, wo er bereits 1934 gezüchtet worden ist. Er ist süss und hat ein festes Fruchtfleisch. Obwohl er verkaufsmässig am beliebtesten ist, landet er in Blindtests oft auf unteren Rängen der Konsumentengunst.
  • 2. Golden Delicious: Der grüne Apfel wurde 2010 von Gala vom Spitzenplatz verdrängt. Golden Delicious stammt ursprünglich aus West Virginia in den USA. Er hat einen milden, süsslichen Geschmack und festes Fruchtfleisch.
  • 3. Braeburn: Wie Gala stammt auch der Braeburn aus Neuseeland. Er wurde in den 1950er-Jahren als Zufallssämling entdeckt. Das Fruchtfleisch ist fest und der Geschmack süss-säuerlich. Braeburn ist laut Obstverband eine der Sorten mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt.
  • 4. Scifresh (Jazz): Diese Sorte ist unter dem Markennamen Jazz bekannt. Die Clubsorte stammt aus Neuseeland und ist eine Kreuzung zwischen Braeburn und Gala. Sie wird nur in ausgewählten Gebieten angebaut. Der Apfel ist süss-säuerlich mit festem Fruchtfleisch.
  • 5. Boskoop: Der Boskoop ist als Kochapfel sehr bekannt. Er wurde in 1856 in den Niederlanden als Zufallssämling entdeckt. Er hat einen kräftigen, säuerlichen Geschmack.
  • 6. Jonagold: Jonagold ist eine Kreuzung aus Golden Delicious und Jonathan. Sie wurde 1943 in den USA entwickelt. Die Äpfel sind süss und mittelfest.
  • 7. Cripps Pink (Pink Lady): Pink Lady ist der Markenname der Cripps-Pink-Äpfel. Es handelt sich um eine australische Kreuzung zwischen Lady Williams und Golden Delicious. Der Apfel ist eher säuerlich mit mittelfestem Fruchtfleisch.
  • 8. Rewena: Die Sorte «Rewena» entstand als Sämling aus Kreuzungen der Sorten «Cox Orange» und «Oldenburg» mit der sehr krankheitsresistenten Apfelsorte «BX 44,14» und wurde vom Julius-Kühn-Institut in Dresden-Pillnitz 1994 veröffentlicht. Es ist ein saftiger, angenehm säuerlich herber Apfel mit einer guten Resistenz gegen zahlreiche Krankheiten.
  • 9. Milwa (Diwa, Junami): Milwa ist eine Schweizer Sorte und wird auch unter den Markennamen Diwa (Schweiz) und Junami (EU, USA) vermarktet. Die Forschungsanstalt Agroscope züchtete den Apfel aus Idared, Maigold und Elstar. Der Apfel schmeckt säuerlich und hat ein festes Fruchtfleisch.
  • 10. Topaz: Eine modernere Sorte ist Topaz. Sie wurde 1984 in Tschechien gezüchtet. Sie ist bekannt für ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und findet grossen Anklang im Biolandbau.
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