
Der Eierkonsum steigt stärker als die Inlandproduktion.
lid
Mit dem Entscheid der Landesregierung sind bis Jahresende zusätzliche Importe von Konsumeiern zum tiefen Zollansatz möglich.
240 Millionen Eier zusätzlich
Seit dem 1. Januar 2025 beträgt das Teilzollkontingent für Konsumeier 21’000 Tonnen und wird gestaffelt – in zwei Tranchen – nach der Reihenfolge der Annahme der Zollanmeldungen zugeteilt, dem sogenannten Windhundverfahren. Die erste Tranche beträgt 13’650 Tonnen und wird für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember zum Import freigegeben. Von diesem Kontingent sind – Stand 1. April – 70 Prozent ausgeschöpft.
Doch diese 21’000 Tonnen reichen gemäss der Eierbranche nicht aus, um die Versorgung in der Schweiz sicherzustellen. Der Bundesrat hat deshalb einen Antrag zur Erhöhung des Importkontingents für Konsumeier um 15’000 Tonnen oder 71 Prozent gutgeheissen. «Bis Ende des Jahres können rund 240 Millionen Eier zusätzlich zum tiefen Zollansatz importiert werden», schreibt der Bundesrat.
Eierkonsum steigt deutlich
Mit der Erhöhung des Kontingents geht auch das Versprechen des Handels einher, die vereinbarte Menge an Schweizer Eiern zu übernehmen. Die erste Tranche mit 9750 Tonnen wird das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) ab 1. Mai zum Import freigeben. Die Freigabe der zweiten Tranche mit einer Menge von 5250 Tonnen erfolgt am 1. September.
Der Grund für die Kontingentserhöhung ist die stetig steigende Nachfrage. 2025 lag der Pro-Kopf-Verbrauch mit 209 Eiern pro Jahr erstmals über 200 Stück. «Das sind fast ein Dutzend Eier pro Person mehr als im Vorjahr», schreibt der Bundesrat. Im Vergleich zum Jahr 2023 betrug der Mehrbedarf im Jahr 2025 knapp 11 Prozent. Insgesamt gelangten in der Schweiz im Jahr 2025 rund 1,9 Milliarden Eier auf den Markt.
Die Schweizer Eierproduzenten reagieren auf die steigende Nachfrage. Sie haben 2025 die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um fast 7 Prozent auf 1,2 Milliarden Eier gesteigert. «Dennoch bleibt die Nachfrage wie in den Vorjahren auch 2026 deutlich höher als das Angebot im Inland», so der Bundesrat.
Gallosuisse: Zwei Gründe für Verknappung
Gallosuisse, die Vereinigung der Eierproduzenten, nennt im Marktbericht Februar zwei Gründe für die Verknappung. Um die Nachfrage befriedigen zu können, sind mehr Legehennen nötig. Zusätzliche Stallkapazitäten scheitern jedoch zunehmend an regulatorischen Hürden. «Aufwändigere Bewilligungsprozesse, strengere Umweltauflagen und wachsende gesellschaftliche Ansprüche an die Tierhaltung erschweren den Ausbau der Produktion erheblich», schreibt Gallosuisse. Für die Vereinigung klar: Soll die Schweizer Eierversorgung künftig weiterhin mit inländischer Produktion gedeckt werden, sind Anpassungen des regulatorischen Umfelds unumgänglich. Gespräche seien im Gange.

Um das Angebot an Schweizer Eiern zu erhöhen, braucht es mehr Ställe.
GalloSuisse
Die Verknappung ist aber auch auf den vorgelagerten Bereich zurückzuführen. Die Kükenstatistik des Aviforum weist Anfang Jahr ein tieferes Niveau der Legeküken-Schlüpfe gegenüber dem Vorjahr aus, insbesondere im konventionellen Bereich. «Dieser Rückgang hängt wesentlich damit zusammen, dass immer mehr Legehennen länger als ein Jahr gehalten werden», schreibt Gallosuisse.
Die Hennen produzieren zwar weiter Eier, aber die Qualität reicht nicht aus, um sie als Konsumeier zu verkaufen. Eier aus verlängerten Umtrieben landen im Verarbeitungskanal. «Damit fehlen genau jene frischen Eier, die zu Spitzenzeiten wie Ostern besonders stark nachgefragt werden», hält Gallosuisse im Marktbericht fest.
Woher stammen die importierten Eier?