
Es gibt frischen Saft.
Culinarium
Die hiesige Mostobsternte ist in vollem Gang. Bis zum 5. Oktober seien 26’718 Tonnen Mostäpfel und 3406 Tonnen Mostbirnen in den Mostereien des Ernteausgleichssystems (EAS) verarbeitet worden, schreibt der Schweizer Obstverband (SOV) im aktuellen Wochenbericht. Dies entspricht bei den Mostäpfeln rund Prozent, bei den Mostbirnen 112 Prozent der Vorernteschätzung.
Neu ist, dass der Ernteausgleichsbeitrag bereits vor der Saison festgelegt wurde – basierend auf den Lagerbeständen, dem Bedarf sowie der Ernteschätzung: Für die Ernte 2026 liegt der Rückbehalt bei 7.50 Fr./100 Kilo Mostäpfel, wobei die strukturell unterversorgten Regionen Aargau, Luzern, Ob- und Nidwalden, Schwyz, Zug und Zürich von der Beitragserhebung ausgenommen sind. Damit werde berücksichtigt, dass sich die Mostobstproduktion und der Bedarf an Mostobst je nach Region unterscheiden würden, steht in einer Mitteilung des Obstverbands.
Für Suisse-Garantie-Mostbirnen sowie Biomostobst wird kein Beitrag erhoben. In der Schweiz dominieren zwei Grossmostereien den Markt: die Ramseier Suisse AG mit Sitz in Oberkirch LU und die Mosterei Möhl in Arbon TG. Laut dem Obstverband sind schweizweit 15 gewerbliche Mostereien registriert. Davon sind 3 nicht Teil des Ernteausgleichssystems. Weiter gibt es kleinere, bäuerliche Mostereien, die oft selbst auch Früchte zum Mosten produzieren.
«Mit dem Ernteausgleich reagiert die Branche auf Ernteschwankungen. Es unterstützt die Mostereien dabei, grosse, über dem Bedarf liegende Mengen zu übernehmen, zu verarbeiten und gestützt abzubauen», schreibt der SOV in der Mitteilung. Dies ermögliche eine verlässliche Absatzmöglichkeit für Schweizer Mostobst – auch in ertragreichen Erntejahren. Der Beitrag bedeutet für die betroffenen Produzenten eine zusätzliche Belastung. Aus Sicht der Branchenpartner sei die Massnahme jedoch notwendig, um den aktuellen Marktbedingungen Rechnung zu tragen und die Funktionsfähigkeit des Mostobstmarkts zu unterstützen, so der SOV.