
Emmi ist die grösste Milchverarbeiterin der Schweiz.
Daniel Salzmann
Insgesamt hat die Herstellerin von Produkten wie Caffè Latte, Desserts und Käse im vergangenen Jahr unter dem Strich 227,1 Millionen Franken verdient. Das ist trotz markant höherem Umsatz ein nur leicht höherer Reingewinn als im Vorjahr (220 Mio. Fr.), wie die Luzerner Gruppe am Donnerstag mitteilte.
Leicht höhere Profitabilität
Die Reingewinnmarge ging von 5,1 auf 4,8 Prozent zurück. Dies lag vor allem daran, dass das Unternehmen mehr Zinsen zahlen musste als im Jahr zuvor. Das hing mit neuen Anleihen zusammen, die es im Vorjahr ausgegeben hatte. Zudem belasteten ungünstige Wechselkurse das Ergebnis in Fremdwährungen.

Die Emmi-Gruppe setzte 2025 ihre positive Wachstumsdynamik fort.
Emmi
Die betriebliche Profitabilität verbesserte sich trotz starken Gegenwinds aus Währungseffekten und US-Zöllen leicht. Emmi führt dies vor allem auf das dezentrale Geschäftsmodell und Effizienzprogramme zurück. Der Betriebsgewinn legte um 10,5 Prozent auf 334,6 Millionen Franken zu. Dies entspricht einer minimal höheren EBIT-Marge von 7,1 Prozent. Der Nettoverschuldungsgrad (Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA) verbesserte sich deutlich von 2,13 im Vorjahr auf 1,79. Mit den Zahlen erfüllte oder übertraf Emmi die Erwartungen der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Analysten. Beim Reingewinn kam das Unternehmen jedoch knapp nicht an den Konsens heran.
CEO zufrieden
Emmi-Chefin Ricarda Demarmels äusserte sich zufrieden: «Das gute Jahresergebnis bestätigt die Stärke unserer Wachstumsstrategie mit Fokus auf wachsende Märkte und strategische Nischen sowie unseres lokal verankerten Geschäftsmodells», wurde sie in der Mitteilung zitiert.

Der Gruppenumsatz dank starkem organischem und akquisitorischem Wachstum.
Emmi
Den Umsatz gab das Luzerner Unternehmen bereits Ende Januar bekannt. Dabei war Emmi 2025 überraschend stark gewachsen. Das Unternehmen profitierte von Zukäufen im Jahr davor unter anderem im Dessert-Bereich sowie von guten Verkäufen in der Region Amerika.
Tieferer Milchpreis
So steigert Emmi den Umsatz in Franken um satte 9,1 Prozent auf 4,7 Milliarden Franken. Akquisitionseffekte steuerten 7,9 Prozent zum Wachstum bei. Aus eigener Kraft respektive organisch legte Emmi um 4,3 Prozent zu. Dagegen schmälerten negative Währungseffekte das Ergebnis um 3,1 Prozent. Überdurchschnittlich gut liefen die Verkäufe in den Wachstumsmärkten Brasilien, Chile und Mexiko. Aber auch im Heimmarkt Schweiz konnte Emmi überraschend stark zulegen.
-> Emmi wächst deutlich – Wachsen mit Milchprodukten
Für das laufende Jahr erwartet Emmi ein moderates Umsatzwachstum von 1 bis 3 Prozent. Allerdings dürfte die Entwicklung in der Schweiz das Ergebnis bremsen: Dort drücken tiefere Milchpreise und ein weggefallener Sondereffekt das Wachstum der Gruppe 2026 um rund einen Prozentpunkt, wie der Konzern mitteilte. Insgesamt rechnet Emmi dennoch mit steigenden Gewinnen und einer etwas höheren Gewinnmarge. Auch langfristig hält das Unternehmen an seinen Zielen für Wachstum, Rendite und eine jährlich steigende Dividende fest.
Klimastar-Milch
Emmi hat die Nachhaltigkeit in ihrer Unternehmensstrategie verankert. «Als wichtige Akteurin der Milchwirtschaft setzt sie sich gemeinsam mit Partnern dafür ein, die Branche nachhaltig zu gestalten und die Verantwortung für ihren Einfluss entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu übernehmen», teilt die grösste Schweizer Milchverarbeiterin mit. 2025 seien weitere Fortschritte erzielt worden.
Das Unternehen nennt das Branchenprojekt «Klimastar-Milch». Nach drei Jahren falle die Zwischenbilanz erfreulich aus: «Die Nahrungsmittelkonkurrenz wurde um 21 % und die Flächenkonkurrenz um 13 % reduziert.» Wissenschaftliche Daten würden zeigen, dass die CO₂e Emissionen pro Kilogramm Milch tiefer ausfallen als erwartet. Die Schweizer Milchwirtschaft weist international einen vergleichsweise niedrigen CO₂e Fussabdruck auf. «Damit bleibt die weitere Verbesserung anspruchsvoll. Die Emissionen sanken bislang um knapp 6 %», schreibt Emmi.