
Emmi vertreibt seine Produkte in rund 60 Ländern und stellt diese an 73 eigenen Standorten in 13 Ländern her. Mit rund 12'800 Mitarbeitenden, von denen rund 75 % ausserhalb der Schweiz tätig sind, erwirtschaftete die Emmi Gruppe 2025 einen Umsatz von 4,7 Milliarden Franken.
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Emmi steigerte im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz in Franken um satte 9,1 Prozent auf 4,7 Milliarden Franken. Akquisitionseffekte steuerten 7,9 Prozent zum Wachstum bei.
Aus eigener Kraft respektive organisch legte der Hersteller von Caffè Latte, Käse und Jogurts um 4,3 Prozent zu. Dagegen schmälerten negative Währungseffekte das Ergebnis um 3,1 Prozent. Der Fokus von Emmi liegt auf einer ausgewogenen geografischen Präsenz in dynamischen Wachstumsmärkten sowie auf einer starken Positionierung in Nischen mit innovativen Konzepten. Das scheint aufzugehen.
Dessert, Caffè Latte und Käse
Überdurchschnittlich gut liefen die Verkäufe in den Wachstumsmärkten Brasilien, Chile und Mexiko, teilte Emmi mit. Aber auch im Heimmarkt Schweiz konnte der grösste Milchverarbeiter des Landes überraschend stark zulegen. Europa dagegen schwächelte.

Der Gruppenumsatz dank starkem organischem und akquisitorischem Wachstum.
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Einen starken Wachstumsbeitrag haben Premium-Desserts geleistet, wie es heisst. 2024 hatte Emmi unter anderem die französische Patisserie-Gruppe Mademoiselle Desserts übernommen. Erfreuliche Wachstumsraten hätten insgesamt auch die Nischen Ready-to-drink-Kaffee mit Caffè Latte und Spezialitätenkäse erzielt.
Erwartungen übertroffen
Das Unternehmen übertraf mit dem organischen Wachstum sowohl das eigene Ziel wie auch die Vorhersagen von Analysten deutlich. Selber rechnete Emmi mit 2 bis 3 Prozent organischem Wachstum. Analysten im AWP-Konsens hatten mit 2,8 Prozent gerechnet. Emmi betonte, dass vor allem die positive Volumenentwicklung die eigenen Wachstumsziele übertroffen hat.
Schweiz: Höherer Milchpreis
Im Heimmarkt legte Emmi überraschend deutlich zu. Der Umsatz legte um 3,4 Prozent oder 74 Millionen auf 1,845 Milliarden Franken zu. Das Wachstumsziel von 1 Prozent wurde übertroffen. «Zentrale Treiber dieser guten Entwicklung waren positive Volumeneffekte und ein über das Gesamtjahr betrachtet höherer Milchpreis», schreibt der Konzern in der Mitteilung.

In der Schweiz hat Emmi zulegen können.
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Gut verkauft haben sich hierzulande Produkte wie Caffè Latte, Energy Milk, Luzerner Rahmkäse oder Emmi Good Day. Ein zeitlich limitierter Auftrag hat ebenfalls zu einem positiven Einmaleffekt im zweiten Halbjahr 2025 geführt. Am deutlichsten zugelegt hat Emmi in der Schweiz mit Käse und Frischprodukten. Das wichtigste Segment ist mit 694 Millionen Franken die Molkereiprodukte. Der Anteil der Division Schweiz am Gesamtumsatz beträgt noch 38,9 Prozent (2024: 40,7 %). Der Rückgang trotz Umsatzwachstum ist auf das stärkere Wachstum der Division Europa zurückzuführen.

Luzerner Rahmkäse verkauft sich in der Schweiz sehr gut.
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Americas: Wachstum in Lateinamerika
In der Division Americas setzte sich das Wachstum fort. Zur Division gehören die Länder USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, Chile sowie Tunesien und Spanien. «Das volumengetriebene organische Wachstum hat die negativen Währungseffekte nahezu kompensiert», schreibt Emmi. Der Umsatz erhöhte sich um 20 Millionen auf 1,72 Milliarden Franken. Ein sehr gutes Umsatzwachstum verzeichneten die Innerschweizer vor allem in der Region Lateinamerika mit den Wachstumsmärkten Brasilien, Chile und Mexiko.
Auch die in den USA hergestellten Marken wie Athenos (Feta) und Meyenberg (Ziegenmilchprodukte) legten zu. Der Käseimport aus der Schweiz wurde hingegen von zoll- und wechselkursbedingten Preiserhöhungen beeinträchtigt. Die Division erreichte noch einen Anteil von 36,4 Prozent am Konzernumsatz (2024: 39,3 %).
Europa: Deutliches Wachstum dank Zukauf
In der Division Europa wuchs Emmi mit einem Plus von 40 Prozent auf 1,05 Milliarden Franken massiv. Die Zunahme sei massgeblich auf die Akquisition und Integration der im Oktober 2024 erworbenen Mademoiselle-Desserts-Gruppe zurückzuführen, so Emmi. Das organische Wachstum lag bei 1,4 Prozent. Das Premium-Dessertgeschäft war der wichtigste Wachstumstreiber der Division. Auch mit Caffè Latte legte der Molkereikonzern in den meisten europäischen Märkten zu.
Im Segment Käse wurden Schweizer Käsespezialitäten insbesondere in Deutschland und den Niederlanden mehr nachgefragt. «Weniger Umsatz wurde hingegen mit Ziegenmilchfrischkäse und -pulver in den Niederlanden erwirtschaftet, da sich Verzögerungen in der Lieferkette sowie die US-Zölle negativ auswirkten», schreibt Emmi. Zur Division gehören die Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Grossbritannien und Österreich. Der Anteil am Konzernumsatz stieg dank dem Zukauf deutlich auf 22,1 Prozent, im Vorjahr waren es lediglich 17,2 Prozent.
Global Trade: Entlastungsexporte
Die Division Global Trade, die mit Direktexporten aus der Schweiz Kunden in Länder beliefert, in denen Emmi keine eigenen Gesellschaften hat, wuchs mit einem Plus von 3,2 Prozent auf 125,9 Millionen Franken ebenfalls überdurchschnittlich.
Die Zunahme ist aber vor allem auf Entlastungsexporte von Magermilchpulver, Käse, Butter und Rahm aus der Schweiz zurückzuführen. Der Umsatz schnellte von 0,9 auf 7,8 Millionen Franken hoch. Die Division ist mit einem Umsatzanteil von 2,6 Prozent (2024: 2,8 %) mit Abstand die kleinste.
2026: Wachstum mit Milchprodukten
Ab dem Geschäftsjahr 2026 will die Emmi-Gruppe ihre Gesundheitsstrategie mit der Einführung der Plattform «nutrition+» stärken. Der Konzern baut damit bei funktionalen Milchprodukten ein weiteres Wachstumsfeld aus. «Milchprodukte übernehmen aufgrund ihrer Natürlichkeit, hohen Nährstoffdichte, ihrer hochwertigen Proteine und häufig durch ihre Fermentation eine zentrale Rolle in einer gesunden Ernährung», schreibt Emmi. Und Emmi-Chefin Ricarda Demarmels ergänzt: «Mit der neuen strategischen Nische stärken wir unsere Ausrichtung auf den Konsumenten-Megatrend Gesundheit und ergänzen unsere bestehenden Nischen gezielt.»

Bei Emmi «I'm your meal» ist eine Trinkmahlzeit. Hier will Emmi zulegen
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Die Gewinnzahlen für 2025 werden am 26. Februar bekannt gegeben. Das Unternehmen sieht sich dabei auf Kurs. Emmi glich negative Währungseffekte und US-Zölle laut eigenen Angaben dank dezentralem Geschäftsmodell, Effizienzprogrammen und Kostendisziplin weitgehend aus. Der Konzern bestätigte die Prognosen für EBIT und Reingewinnmarge am unteren Ende der Bandbreiten sowie die Mittelfristziele unverändert.
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