Im Dezember zog die Schweizerische Nationalbank (SNB) nach und beschloss ebenfalls solche Negativzinsen. Damit wollen die Schweizer Währungshüter eine zu starke Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro verhindern und die Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken verteidigen.
Trotz der Ankündigung löste sich der Euro seither nur leicht vom Mindestkurs. Am Montagmorgen notierte er bei 1,2016 Franken. Vor der Ankündigung von Negativzinsen kurz vor Weihnachten hatte die SNB erstmals seit September 2012 wieder am Devisenmarkt interveniert.
Die Giroguthaben schnellten in der Weihnachtswoche um fast 11 Mrd. Fr. in die Höhe. Die Entwicklung dieser Bankeinlagen bei der SNB gilt als Indiz dafür, ob und wie stark die SNB Devisen kauft, um den Euro-Mindestkurs zu verteidigen. In der vergangenen Woche nahmen die Giroguthaben erwartungsgemäss nicht mehr so stark zu, nämlich um 0,8 Milliarden auf 327,7 Mrd. Franken.
Während der Euro zum Dollar schwächelt und zum Franken am SNB-Mindestkurs klebt, legt umgekehrt die US-Währung gegenüber dem Franken zu: Am Montag notierte der Dollar mit 1,005 Fr. weiterhin über dem Gleichstand zur Schweizer Währung. Der Dollar hatte die Parität am Freitag erstmals seit November 2010 überschritten.