
Die Weinernte fällt heuer in Frankreich unterdurchschnittlich aus.
Pascal Gerber
AgE Wie schon im Vorjahr wirkt sich auch der diesjährige Hitzesommer auf die französische Weinproduktion aus. Der Statistische Dienst des Pariser Landwirtschaftsministeriums (Agreste) geht in seiner September-Schätzung von einem Aufkommen in Höhe von knapp 33,9 Mio. Hektolitern aus; das wären 6% weniger als 2025 und sogar 17% weniger als im fünfjährigen Mittel.
Als Gründe für diesen Rückgang nennen die Fachleute neben der Hitze und der Trockenheit auch eine nach ersten Berechnungen um 2,5% geschrumpfte Rebfläche.
Agreste wies darauf hin, dass zwar späte Regenfälle die Auswirkungen der Dürre lokal etwas abgemildert hätten. Jedoch habe dies nur begrenzten Einfluss auf die nationale Gesamtmenge gehabt. Der heisse und trockene Sommer mit mehreren Hitzewellen habe in den Reben zu Hitzestress, Verbrennungen, Blattverlust und geschrumpften Trauben geführt.
Kleinere TraubenBeispielsweise begann in der Champagne laut dem Agreste-Bericht die Lese Mitte August bei einer aussergewöhnlichen Reife der Trauben. Die Fachleute erwarten dort mit 1,3 Mio. Hektolitern nur eine halb so grosse Lese wie 2025. Die Traubengewichte hätten den niedrigsten Stand seit 20 Jahren erreicht.
Für das Elsass berichten die Statistiker trotz der späten Regenfälle im August von kleineren Trauben. Sie erwarten für dieses Anbaugebiet mit 810’000 Hektolitern eine um 6% kleinere Erntemenge als 2025, wobei auch dieses Jahr schon ertragsschwach gewesen ist.
Im größten Anbaugebiet Frankreichs, dem Languedoc-Roussillon, veranschlagt Agreste trotz einer um 3% reduzierten Anbaufläche ein grösseres Aufkommen, das gegenüber 2025 um 5% auf knapp 9,6 Mio. Hektoliter steigen soll. Gleichwohl würde dies gegenüber dem fünfjährigen Mittel einem Minus von 8% entsprechen.