Fenaco: So hoch fällt die Erfolgsbeteiligung aus

Der von landwirtschaftlichen Genossenschaften getragene Agrarkonzern Fenaco hat im Jahr 2025 trotz hoher Kosten, gedrückter Konsumentenstimmung und geopolitischer Unsicherheiten das Ergebnis leicht gesteigert. Für 2026 erwartet er ein schwieriges Jahr und kündigt Einsparungen an – und einen Blick ins Ausland. 

awp |

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Nettoerlös leicht um 1,1 Prozent auf 7,21 Milliarden Franken, wie Fenaco am Dienstag mitteilte. Es ist der dritte Umsatzrückgang in Folge. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg dagegen um 3,2 Prozent auf 110,6 Millionen Franken. Die EBIT-Marge lag wie im Vorjahr bei 1,5 Prozent. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich weiter auf 66,5 Prozent nach 65,6 Prozent im Vorjahr.

Von dem Geschäftsgang sollen die Mitglieder stärker profitieren: Insgesamt fliessen 36,3 Millionen Franken an die Landi-Genossenschaften sowie direkt an Landwirtinnen und Landwirte zurück. Das sind 1,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Erfolgsbeteiligung für Mitglieder

Seit mehreren Jahren beteiligt die Fenaco ihre Mitglieder am Geschäftsergebnis. Landwirtinnen und Landwirte erhalten Rückvergütungen zwischen 100 bis 2000 Franken. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt die Summen rund 6,7 Mio. Franken, das sind 0,2 Mio. Fr. mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen Geschenkpakete im Gesamtwert von 1,6 Mio. Fr.

Die Anteilescheine wurden auch 2025 zu 6 Prozent verzinst. Insgesamt werden mit Leistungsprämien und Anteilscheinzins 29,6 Mio. Fr. ausbezahlt. Die Gesamtsumme, die an die Mitglieder fliesst, beträgt insgesamt 36,3 Mio. Fr. (2024: 35,7 Mio. Fr.) ausbezahlt. blu

Wie hoch ist die Erfolgsbeteiligung?

Die Erfolgsbeteiligung setzt sich aus einem Geschenkpaket mit Produkten und einer monetären Rückvergütung zusammen.

Warenbezüge grösser als 2500 Fr.: Geschenkpaket. Warenbezüge grösser als 5000 Fr.: Geschenkpaket und Rückvergütung von 100 Fr. Warenbezüge grösser als 10’000 Fr.: Geschenkpaket und Rückvergütung von 200 Fr. Warenbezüge grösser als 25’000 Fr.: Geschenkpaket und Rückvergütung von 500 Fr. Warenbezüge grösser als 50’000 Fr.: Geschenkpaket und Rückvergütung von 1000 Fr. Warenbezüge grösser als 100’000 Fr.: Geschenkpaket und Rückvergütung von 2000 Fr.

Stabiles Ergebnis für 2026 erwartet

Alle vier Geschäftsfelder – Agrar mit Saatgut und Futtermitteln, die Lebensmittelindustrie mit Ramseier, der Detailhandel mit Volg und Landi sowie Energie mit Agrola – hätten ihre Marktanteile gehalten oder ausgebaut, schrieb Fenaco. Belastet wurde der Umsatz vor allem durch tiefere Preise im internationalen Getreidehandel sowie im Geschäft mit fossilen Energien.

Fenaco sprach insgesamt von einer anspruchsvollen Marktsituation. Die Kosten für Personal, Infrastruktur, Logistik und IT seien hoch geblieben. Nur bei den Energiekosten habe sich die Lage etwas entspannt.

Für 2026 zeigt sich Fenaco vorsichtig. Wegen des hohen Wettbewerbsdrucks, der unsicheren Märkte und weiterhin hoher Kosten rechnet die Genossenschaft nicht mit Wachstum respektive mit einem Nettoerlös und einem Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau.

Der Konzern kündigte an, eine «Optimierung und Vereinfachung von Strukturen und Prozessen» vornehmen zu wollen. Die Kosteneinsparungen seien wichtig, um nachhaltig stabile Ergebnisse zu erzielen. Details nannte das Unternehmen in der Mitteilung nicht.

Rekordumsatz bei Volg

«Bei Volg konnten wir zuletzt sogar einen Rekordumsatz erzielen. Das bestätigt uns in unserer Strategie. Bei Landi spüren wir insbesondere den Druck des Onlinehandels. Unsere Antwort darauf sind effiziente Prozesse und Investitionen in die Logistik», sagt  CEO Michael Feitknecht im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

«Bei Volg mit rund 600 Verkaufsstellen sehen wir insbesondere in der Westschweiz noch Potenzial. Wir prüfen aber sehr gezielt einzelne Standorte. Deshalb setzen wir uns auch kein konkretes Ziel für eine bestimmte Anzahl neuer Filialen», führt Feitknecht weiter aus. 

Fenaco will Auslandsgeschäft ausbauen

Fenaco will das Auslandsgeschäft der Agrargenossenschaft in den kommenden Jahren ausbauen. Dabei gehe es um Zukäufe und Aktivitäten mit Synergien für das bestehende Geschäft und die Genossenschaftsmitglieder, sagte Feitknecht am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz in Bern. «Wir wollen nicht einfach des Umsatzwillens wachsen.» Heute erzielt Fenaco laut dem Manager rund 4 Prozent des Umsatzes im Ausland. Nun gehe es darum, weitere Potenziale zu identifizieren, sagte Feitknecht. Ein Umsatzziel gebe es nicht.

Mit ausgewählten Geschäftsmodellen ist Fenaco bereits im europäischen Ausland tätig. Ein Beispiel für die Strategie ist die Übernahme des Tiernahrungsherstellers Rolli-Pet in Österreich im vergangenen September. Der Hersteller von Wildvogelfutter beschäftigt rund 50 Mitarbeitende und beliefert Kunden in mehreren europäischen Ländern. Fenaco erwartet davon Synergien bei der internationalen Rohwarenbeschaffung und Impulse beim Wissenstransfer.

Das Auslandswachstum ist Teil eines Strategie-Updates der Agrarfirma. Dieses umfasst auch zwei weitere Entwicklungsfelder: die Infrastruktur, etwa mit Stromproduktion, sowie die Gesundheit für Umwelt, Mensch und Tier. Oberste Prämisse bleibe der genossenschaftliche Auftrag zur Unterstützung der Schweizer Landwirtschaft, hiess es an der Medienkonferenz.

-> Hier können Sie den Geschäftsbericht 2025 der Fenaco nachlesen.

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