
Der Markt für Schweizer Früchte steht unter einem hohen Preis- und Kostendruck.
Renate Hodel
Der Preis wird auch im Schweizer Detailhandel zu einem wichtigeren Faktor. Der Preisdruck im Laden wirkt sich auf Verarbeiter, Händler und Produzenten aus.
Sanierung würde anstehen
Um trotz steigender Produktions- und Verarbeitungskosten am Markt bestehen zu können, überprüfen Händler ihre Strukturen. So auch Inoverde. Die Fenaco-Tochter handelt Gemüse, Kartoffeln und Früchte. Tätig ist das Unternehmen auch im Bereich Kern- und Steinobst. Innoverde nimmt an den Standorten Perroy VD, Charrat VS und Sursee Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen von Schweizer Produzentinnen und Produzenten an.
Das sogenannte Leistungszentrum Sursee steht nun aber auf dem Prüfstand. «In den kommenden Jahren stünden Investitionen in der Höhe von mehreren Millionen Franken an», schreibt die Fenaco in einer Mitteilung. Der Innerschweizer Standort ist der kleinste und älteste. Die historische Bausubstanz über zwei Geschosse führe zu teils aufwendigen Prozessen, heisst es weiter.
Kleine Mengen, hohe Kosten
Weil in Sursee nur kleine Mengen Kern- und Steinobst verarbeitet werden, lasse sich eine so grosse Investition nicht rechtfertigen, schreibt die Fenaco. Der Standort steht mehr als auf dem Prüfstand. So sagt Samuel Wyssenbach, Category Manager Früchte und Mitglied der Geschäftsleitung von Inoverde: «Die Aufrechterhaltung verursacht unverhältnismässig hohe Kosten. Je effizienter wir arbeiten, desto mehr Wertschöpfung können wir an unsere Produzentinnen und Produzenten weitergeben.»
Bis am 28. August läuft noch ein Konsultationsverfahren, bei dem Mitarbeitende ihre Ideen einbringen können. Bei einer Schliessung kommt ein Sozialplan für die 44 Mitarbeitenden zum Zug. Die Fenaco will Möglichkeiten für eine Weiterbeschäftigung an anderen Standorten prüfen.
Keine Folgen für Produzenten
Die Annahme und Vermarktung von Kern- und Steinobst würde die Fenaco in Charrat und Perroy konzentrieren. Für die Produzentinnen und Produzenten soll eine mögliche Schliessung keine Folgen haben. «Wir wollen die Kern- und Steinobstproduktion in den betroffenen Regionen nicht schwächen, sondern Strukturen etablieren, die deren langfristige Weiterentwicklung ermöglichen», hält Samuel Wyssenbach fest.

Fenaco Landesprodukte heisst seit dem 1. März 2023 Inoverde.
Fenaco
Inoverde nimmt von 290 Produzentinnen und Produzenten in der Genferseeregion, im Wallis, in der Zentralschweiz, in der Ostschweiz sowie in einigen angrenzenden Produktionsgebieten Kern- und Steinobst ab. Innoverde beschäftigt an 14 Standorten schweizweit über 400 Mitarbeitende.