Fenaco will mit «Sproudz» Schweizer Rohstoffe fördern 

In Zollikofen (BE) können Start-ups aus der Lebensmittelbranche künftig Flächen und Anlagen für die Herstellung ihrer innovativen pflanzlichen Produkte mieten. Hinter «Sproudz» steht die Fenaco. Der Konzern will den Schweizer Bauern damit neue Absatzmärkte erschliessen.

pd/clu |

Startups sollen dank «Sproudz» die Möglichkeit haben, ihre Geschäftsmodelle effizient zu erweitern. Das schreibt die Fenaco in einer Mitteilung. Sie stellt dafür in Zollikofen (BE) die Infrastruktur zur Verfügung. Mit der BakeryBakery AG und der Outlawz Food AG seien bereits zwei Unternehmen an Bord. 

Absatz für Schweizer Bauern fördern

Das Ziel hinter «Sproudz»: Fenaco will den Absatz von Lebensmittel-Rohstoffen aus Schweizer Landwirtschaft fördern sowie das Potenzial für die Veredelung von Nebenprodukten ihrer eigenen Verarbeitungsbetriebe besser nutzen. Laut der Fenaco bereicherten Startups mit innovativen Produkten die Schweizer Lebensmittelbranche. Heute würde Rohstoffe oft importiert.

Michel Nick, der in der bei der Fenaco in der Abteilung Lebensmittelindustrie den Fachbereich Innovationen verantwortet, erklärt: «Mit unserem Netzwerk und unserer Erfahrung möchten wir Lücken in der inländischen Wertschöpfungskette schliessen. Wir wollen zudem die Kostenstrukturen schaffen, dass den Startups die Verwendung von Schweizer Rohstoffen zulassen.»

Stark entwickelt hätten sie sich zuletzt in der Nische der pflanzenbasierten Sortimente sowie im Bereich des Food-Upcyclings, also der nachhaltigen Aufwertung von Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie zu Nahrungsmitteln. Viele dieser Unternehmen arbeiten in Produktionsstrukturen, die zwar den Anforderungen bei der Markteinführung entsprechen, aber nur unzureichende Skalierungsmöglichkeiten bieten, ist die Fenaco überzeugt. Zugleich liessen sich die für eine effiziente Produktion benötigten industriellen Anlagen in der Regel von einem einzelnen Akteur nicht vollständig auslasten. Daraus resultierten hohe Kosten.

Startups als Minderheitsaktionäre

Der neue Produktionshub «Sproudz» in Zollikofen (BE) will das ändern, schreibt die Fenaco weiter. Die ansässigen Startups teilten sich – soweit möglich und sinnvoll – die Produktions-, Lager- und Büroinfrastruktur. Je nach Bedarf können sie auch weitere Dienstleistungen etwa in der Beschaffung, im Qualitätsmanagement oder im Personalwesen in Anspruch nehmen.

Dass einerseits Flächen im Edelrohbau und Produktionsanlagen gemeinsam genutzt, sowie gemeinschaftlich Dienstleistungen koordiniert werden können, ist laut der Fenaco schweizweit einzigartig. Um das gemeinsame Interesse am Funktionieren des Hubs zu fördern, beteiligten sich die Startups als Minderheitsaktionäre an der Betreibergesellschaft und haben Mitspracherecht.

BakeryBakery und Outlawz Food an Bord

Zwei Startups aus der Region Bern haben sich bereits für einen Umzug ihrer Produktionsbetriebe gegen Ende 2024 nach Zollikofen entschieden. Zum einen die BakeryBakery AG, die erste vegane Bäckerei in der Schweiz mit wachsendem Filialnetz. Zum anderen die Outlawz Food AG, ein Unternehmen, das Fleischersatzprodukte auf der Basis von pflanzlichen Proteinen herstellt.

BakeryBakery und Outlawz Food hätten bei der Initialisierung des Projekts eine entscheidende Rolle gespielt. Kevin Schmid, Gründer und Hauptinhaber beider Unternehmen, wird in der Mitteilung der Fenaco wie folgt zitiert: «Es ist nicht sinnvoll, wenn jedes Startup eine eigene, halbausgelastete Produktion aufbaut. Dank dem Hub können wir unternehmensübergreifend Synergien nutzen. Wir können die benötigten Flächen schrittweise unseren Bedürfnissen anpassen und Dienstleistungen abrufen, die uns fehlen.»

Mittelfristig kann Sproudz nach Angabe der Fenaco drei bis vier weitere Partnerunternehmen aufnehmen. Auch eine Zusammenarbeit mit der ebenfalls in Zollikofen ansässigen Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) sei inskünftig denkbar.

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