Mit Bundesgeld wurde Rindfleisch eingelagert. Der Preis hat sich noch kaum erholt. Doch offenbar ist Import ein Thema. Das verärgert die Landwirte.
Anfang März betrug der Proviande-Richtpreis für Schlachtkühe 8.50 Fr./kg SG. Mit jedem Tag wurden die Auswirkungen der Coronakrise auf den Fleischmarkt einschneidender.
Preisabschläge
Mitte März herrschte eine grosse Unsicherheit und die Preise gerieten unter Druck. Der erste Abschlag erfolgte. Zuerst um 20, dann um 30 Rappen. Über Ostern lag der Richtpreis für Schlachtkühe bei 7.80 Fr./kg SG. Die Nachfrage nach Verarbeitungsfleisch war reduziert. Besonders auch beim Bankvieh und den Kälbern war die Nachfrage stark eingebrochen.
In der landwirtschaftlichen Fachpresse — auch hier in dieser Zeitung — wurde die Aufforderung der Marktakteure publiziert, Kühe nur dann zu schlachten, wenn dies unumgänglich sei. Die Produzenten könnten so mithelfen, den Markt zu entlasten, hiess es.
Fleisch eingelagert
Um die Fleischmärkte zu stabilisieren, wurden zum einen die Importperioden verlängert. Beim Rindfleisch wurde die Periode sogar zweimal um vier Wochen verlängert und läuft nun bis zum 6. Juni. Zum andern wurde zur Marktentlastung Fleisch eingelagert. Diese Massnahmen sind für Banktiere und Verarbeitungskühe seit Ende der letzten Woche eingestellt.
Für 1,6 Mio. Franken wurden beim Grossvieh 189 Tonnen eingesalzen und 117 Tonnen eingelagert (Stand 27. April; beinhaltet auch die erst zur Einlagerung angemeldeten Mengen). Laut Proviande verbleiben von den 6,1 Mio. Franken Bundesgeldern aktuell noch rund 0,7 Mio. Fr. für die Weiterführung von Marktentlastungsmassnahmen.
Importe nicht tolerierbar
Seit dieser Woche sind die Preise für Verarbeitungstiere nach vier Wochen Tiefstand nun erstmals wieder um 20 Rp. gestiegen. Die Schlachtkühe sind gesucht, und die Aufforderung lautet, diese zu metzgen. Dass nun am Freitag der Verwaltungsrat von Proviande über mögliche Importanträge für alle Fleischkategorien für die Importperiode vom 11. Mai bis am 6. Juni, resp. bis am 30. Juni befindet, stösst einigen Produzenten sauer auf.
Viele Landwirte hätten ihre Schlachtkühe — wie empfohlen — zurückbehalten und würden nun darauf warten, dass die Preise noch etwas mehr steigen würden. Bevor der Preis für Schlachtkühe nicht wieder bei 8.50 Fr./kg liege (auf dem Niveau vor der Krise) und der Inlandmarkt abgeräumt sei, sei es nicht tolerierbar, über Importanträge zu diskutieren, so der Tenor der Produzenten. Proviande-Direktor Heinrich Bucher betont, dass es sich bei der Sitzung vom Freitag um eine planmässige und ordentliche Besprechung handle und die Diskussion über allfällige Fleischeinfuhrmengen wie gewohnt zu den Traktanden gehörten.
Importperioden
Schweinefleisch in Hälften, 11.5. bis 6.6. (ordentliche Freigabe). Fleisch von Tieren der Rindergattung, 11.5. bis 6.6. (ausserordentliche Zweitfreigabe nach Covid-Verordnung für die verlängerte Periode vom 16.3. bis 6.6). Geflügelfleisch, 11.5. bis 30.6. (ordentliche Zweitfreigabe 2.Quartal). Lammfleisch, 11.5. bis 30.6. (ordentliche Zweitfreigabe 2.Quartal). Pferdefleisch, 11.5. bis 30.6. (ordentliche Zweitfreigabe 2.Quartal). Ziegenfleisch, 11.5. bis 31.12. (ordentliche Zweitfreigabe für 2020). bki