
Die Florin AG ist mit einem Umsatz von ca. 280 Millionen Schweizer Franken nach eigenen Angaben die grösste Herstellerin von Speiseölen, Speisefetten und Margarinen in der Schweiz. Produziert wird in Muttenz BL. Florin ist nach eigenen Angaben der grösste Abnehmer der in der Schweiz angebauten Raps- und Sonnenblumensaaten.
Florin
Die Pläne für eine neue Sammelstelle wurden bereits im Dezember 2022 kommuniziert. Die vier Genossenschaften Bucheggberg-Landshut, Buchsi, KoWy und Melchnau-Bützberg hatten beschlossen, zusammen mit der Futtermittelherstellerin UFA AG eine gemeinsame Getreidesammelstelle in Herzogenbuchsee zu betreiben.
Eröffnung verzögert sich
Die neue Sammelstelle soll unmittelbar neben dem bereits bestehenden Areal der Fenaco-Tochter entstehen. Dank der unmittelbaren Nähe zum Mischfutterwerk der UFA versprechen sich Bauern und die Fenaco Synergien und optimale Abläufe.
Die neue Getreidesammelstelle wird vollumfänglich durch die Fenaco und ihre Tochter UFA finanziert. «Die Fenaco und die UFA investieren zu 100 Prozent. Die beteiligten Landi zahlen eine fixe jährliche Nutzungsgebühr», sagte Sprecher Samuel Eckstein damals gegenüber schweizerbauer.ch. Das Investitionsvolumen wurde damals auf rund 20 Millionen Franken beziffert. Für die Getreidesammelstelle mit einer Kapazität von 20’000 Tonnen, respektive 40’000 Kubikmeter, sind Silobauten mit einer Höhe von maximal 45 Metern vorgesehen.
-> Fenaco investiert 20 Millionen in Sammelstelle
Auf dem Areal war zudem ein neues Ölpresswerk der Florin AG geplant. Das Unternehmen wollte von der Nähe der Sammelstelle profitieren. Für die Lagerung des Speiseöls waren total 14 Tanks mit einem Gesamtvolumen von 12’000 Kubikmetern geplant. Die Eröffnung der Sammelstelle und des Presswerks hätte 2025 stattfinden sollen. Doch dieser Zeitplan konnte bei Weitem nicht eingehalten werden. Im September 2026 hat die Gemeinde Herzogenbuchsee die Teilüberbauungsordnung Biblis II genehmigt. Diese wurde nun an das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) zur Genehmigung überwiesen. Betroffene Anwohner könnten ihre Anliegen im Rahmen der öffentlichen Auflage des Baugesuchs einbringen, so die Gemeinde weiter.
Unternehmerische Unabhängigkeit wahren
Doch die Florin AG wird auf den Bau ihres Presswerks verzichten, wie sie am Donnerstag mitteilte. Das Vorhaben werde aus strategischen Gründen nicht weiterverfolgt. Die Verzögerungen in Herzogenbuchsee dürften mit ein Grund für den Verzicht sein. So schreibt das Unternehmen: «Mit der eigenständigen Weiterentwicklung des Projekts schafft die Florin AG die Grundlage, ihre Investitionsstrategie langfristig, unabhängig und in eigener Verantwortung umzusetzen und ihre unternehmerische Unabhängigkeit zu wahren.»
Ein Neubau soll aber trotzdem entstehen. «Die Florin AG wird stattdessen die Planung und Realisierung ihres Presswerks an einem anderen Standort vorantreiben», heisst es weiter. Es werden verschiedene Standorte geprüft. Doch eine Variante steht im Fokus. «Insbesondere wird auch die Möglichkeit geprüft, das neue Presswerk in den bestehenden Produktionsstandort in Muttenz BL zu integrieren», heisst es in der Mitteilung.
Fenaco und Florin arbeiten weiterhin zusammen
Die zusätzlichen Verarbeitungskapazitäten sollen gemäss Florin die Schweizer Ölsaatenproduktion fördern, die Verarbeitung von Schweizer Ölsaaten am Werkplatz Schweiz stärken, die Wertschöpfung im Inland erhöhen und einen Beitrag zur langfristigen Versorgungssicherheit der Schweiz leisten. Florin ist nach eigenen Angaben der grösste Abnehmer der in der Schweiz angebauten Raps- und Sonnenblumensaaten. Insgesamt stammen rund 35 Prozent der verarbeiteten Produkte aus Schweizer Rohstoff.
Zwischen der Fenaco und der Florin gibt es keinen Zwist. Im Bereich Saatenhandel arbeiten sie eng zusammen. Zudem nimmt die Fenaco den Presskuchen ab. Bis zur Eröffnung eines neuen Werks betreibt die Florin auf dem Fenaco-Gelände in Muttenz BL ein provisorisches Presswerk zur Überbrückung von Kapazitätsengpässen.
Florin kauft Sabo
Im Schweizer Ölgeschäft gehen ab sofort zwei Mitbewerber gemeinsam auf den Markt. Die Ölspezialistin Florin AG aus Muttenz BL hat sämtliche Anteile an der Oleificio Sabo aus Lugano Ende September 2026 übernommen.
Die beiden Unternehmen wollen sich besser am Markt positionieren. «In einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld sichert die Übernahme eine wettbewerbsfähige inländische Produktion von Ölen, Fetten und Margarinen», heisst es in der Mitteilung. Auf dem Schweizer Markt gibt es neben der Florin mit der Nutriswiss noch einen Grossverarbeiter.